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Uni Bremen im Bildungsstreik: Studenten besetzen Hörsaal

Ein offenes Studenten Plenum an der Uni Bremen stellt Forderungen zur Studiensituation und Hochschulpolitik. Danach - fast spontan - beschließen einige der Studenten, zwei Hörsäle an der Uni Bremen zu besetzen.

Bereits seit 33 Tagen besetzen Studierende die Universität in Wien, Studenten an zahlreichen Universitäten in Deutschland, Österreich und weiteren Ländern weltweit folgten den Kommilitonen in Österreich, besetzten Hörsäle und gingen am 17. November 2009 auf die Straße, um für eine Reform des Bildungswesens an deutschen Schulen und Hochschulen zu protestieren.

In Bremen regte sich derweil wenig, die ehemals "rote Reform-Uni" lag weiterhin im Winterschlaf. Allenfalls einige Studenten an der Hochschule Bremen organisierten am 17.11.2009 einen kleinen Protest, bei dem sie jedoch nur Pappkameraden demonstrieren ließen. Das Motto: "Zu wenig Zeit zum Streiken".

Nun aber wachen auch die Studenten an der Bremer Uni auf: In einem offenen Plenum mit ca. 300 Teilnehmern am Dienstag nachmittag - eine Woche nach den ersten großen Studenten-Demos - sammelten sie Forderungen, was sich bei den Studienbedingungen in Bremen und zugleich in der Bildungspolitik in Deutschland ändern muss. Im Hintergrund wurde derweil bereits die Besetzung zweier Hörsäle vorbereitet.

Master für alle und veganes Mensa-Essen

Basisdemokratisch und im Konsens sammeln die Studenten Forderungen. Masterplätze für Alle, Studienstrukturen, die nicht die Gesundheit gefährden, Rückführung der Abschaffung der Mittagspause, verbesserte Koordinierungen zw. Studienplänen verschiedener Studiengänge, veganes Essen in der Mensa - ein Sammelsurium an Verbesserungsforderungen wird im Plenum zusammengetragen. Dabei zeigt sich: oft ist gar nicht klar, wer denn Adressat dieser Forderungen sein soll, und wer für die derzeitigen Zustände verantwortlich ist. Bestimmt die Uni Bremen die Regelstudienzeiten oder ist es doch der Bologna-Prozess? Oder vielleicht die Bildungspolitik auf Länderebene, die diese Regelstudienzeiten vorschreibt?

Rektor der Uni Bremen will sich der Diskussion stellen

Bereits zuvor hatte der Rektor der Uni Bremen, Prof. Dr. Wilfried Müller, für den morgigen Mittwoch zum Gespräch über den Bologna-Prozess und die Umsetzung in Bremen geladen. Aber bereits diese Einladung wird von einigen Studenten kritisiert, allein die Raumwahl - diskutiert werden soll im Treppenhaus - würde schon eine konstruktive Diskussion unmöglich machen. Das jedoch tatsächlich auch in diesem Treppenhaus ein solcher Diskurs durchführbar ist, zeigten heute konstruktiv die Studenten mit ihrem offenen Plenum.

Studenten besetzen Hörsaal an der Uni Bremen

Zwei Stunden hatten die Studenten heute diskutiert, Forderungen gesammelt. Danach wird "spontan" beschlossen, zwei Hörsäle an der Uni Bremen zu besetzen. Wenig später sind die beiden Hörsäle B 2890 und B 2900 im Gebäude GW2 der Uni Bremen besetzt. Tatsächlich hatte bereits im Vorfeld ein Logistikteam die Besetzung vorbereitet - Kochgelegenheiten geschaffen und Plakate gemalt. Derzeit nehmen ca. 70 bis 100 Studenten die Hörsäle in Beschlag und diskutieren im offenen Plenum weiter über ihre Forderungen an Rektor Müller und die Bildungspolitiker in Bremen und in Deutschland.

Bremer Senat diskutiert über neues Hochschulgesetz

Noch ziemlich unbeachtet von den protestierenden Studenten an der Uni hat der Senat in Bremen heute dem Entwurf der Bildungsbehörde unter Senatorin Jürgens-Pieper (SPD) zum neuen Bremer Hochschulgesetz zugestimmt. Bis zur ersten Lesung des Hochschulgesetzes in der Bremer Bürgerschaft im Januar sind alle beteiligten Gruppen aufgefordert, ihre Forderungen in den Diskurs zum Hochschulgesetz einzubringen. Die Senatorin sei dabei unter anderem bereit, über den Prüfungsdruck im Bachelor Studium zu diskutieren.

24.11.2009 | (cr)

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