Travis: Die Singles
I am me or me am I
Even after I reply
"The man who."
"The man who what?"
"Who What? Just who."
"I'd rather leave that up to you."
"oh," they say and walk away.
People ask "Then who am I?"
"How should I know?" I reply
"You are you" I suppose
"but could be him or them or those."
"Or just me wearing different clothes"
"Oh," they say and walk on by.
(aus: "The Man Who" - Lyrics: Fran Healy, © Travis)
Da hat Fran, Sänger der Band Travis, schon ein wenig Recht mit seiner Frage. Und man könnte gleich anhängen: wer ist eigentlich Travis?
Travis: Singles:
1. Sing 2. Driftwood 3. Writing to reach you 4. Why does it always rain on me? 5. Re-Offender 6. Walking in the Sun 7. Tied to the 90's 8. Coming around 9. Flowers in the Window 10. Love will come through 11. More than us 12. Side 13. U16 Girls 14. Happy 15. All I want to do is Rock 16. The Beautiful Occupation 17. Turn 18. The Distance
Mir geht es dabei wie (fast) jedem anderen: man kennt sie, aber eigentlich kennt man sie wieder nicht. Dabei ist Travis seit 1996 im Musikgeschäft vertreten, haben bereits vier Alben veröffentlicht, mit "Why does it always rain on me?" einen Superhit gelandet, und trotzdem: kennen tut man sie noch immer nicht.
Sind sie nun Schotten? Sie kommen aus Glasgow. und schon könnte man sich zu einem ja verleitet fühlen; aber: sie wohnen seit 1996 in London und Fran bekannte in einem Interview: "Teil der Glasgower Indie-Szene waren wir eh nie..." - den Erfolg fanden sie eher in London.
Und Indie? Alternative? Oder doch einfach Pop? Was spielen sie da eigentlich? Manchmal fließen ihre Songs so seicht dahin, dass man nur auf letzteres schliessen mag, dann wieder kratzen sie auf, verdrehen "Baby hit me one more time" von Britney Spears so unglaublich schön schräg, dass man sie doch wieder in die Indie-Szene drängen mag.
Gerade diese Juwelen fehlen aber auf der neuesten CD von Travis, "Singles". Stattdessen findet man eben all jene Songs, die einem im Laufe der Jahre schon irgendwo einmal untergekommen sind, ohne dass einem aufgefallen wäre, wer einen da gerade so sanft verzaubert.
Wer aber bisher an Travis vorbeigeschlittert ist, dem mag dieses Album einen gediegenen Einstieg in die musikalische Unbestimmtheit von Travis bieten.
Ob man aber dadurch die Frage beantworten kann: "Who is Travis?" - das bleibt auch weiterhin die Frage.
20.11.04 | Christian Reinstorf
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