Reisen in den Ferien? Günstige Hostels und Unterkünfte für Studenten und Backpacker weltweit finden - mit der Hostelsuche! Anzeige

Nachrichten: Hochschulpolitik:

 Artikeloptionen:

Akkreditierungsrat überarbeitet Regeln: 'Studierbarkeit' soll beachtet werden

Die Prüfungslast reduzieren und auf die "Studierbarkeit" achten, diese Aspekte sollen in Zukunft bei der Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland beachtet werden. Darauf hat sich am Dienstag der Akkreditierungsrat bei seiner Sitzung in Berlin geeinigt.

Nur eine Prüfung pro Modul

In den Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen heißt es jetzt: Jedes Modul schließt in der Regel mit nur einer das gesamte Modul umfassenden Prüfung ab. Der Vorsitzende des Akkreditierungsrates, Professor Dr. Reinhold R. Grimm, erklärte anlässlich der Entscheidung: "Mit dieser Entscheidung verlangt der Akkreditierungsrat, dass die Prüfungslast in den Bolognastudiengängen deutlich verringert wird. Einer Fehlentwicklung wird damit Einhalt geboten, die die Studierbarkeit erheblich beeinträchtigte."

Akkreditierungsrat:

Die Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland soll sicherstellen, dass akkreditierte Studiengänge in Deutschland vergleichbaren Qualitätskritieren entsprechen. Dafür hat der Akkreditierungsrat einen Regelkatalog aufgestellt, anhand dessen verschiedene zugelassene Akkreditierungsorganisationen Studiengänge der öffentlichen und privaten Hochschulen zulassen können.

Im Akkreditierungsrat sitzen je vier Vertreter der Hochschulen und der Kultusministerien der 16 Bundesländer. Hinzu kommen je zwei Vertreter von Unternehmen, Gewerkschaften und Studenten. Außerdem sitzen zwei Vertreter von ausländischen Hochschulen und ein Vertreter der Akkreditierungsagenturen im Rat.

Die tatsächliche Akkreditierung erfolgt durch eine der zehn seitens der Akkreditierungsrat Stiftung zugelassenen Akkreditierungsagenturen. Dafür werden Gebühren in Höhe von 12.000 Euro fällig.

Studierbarkeit soll beachtet werden

Neben der Verringerung der Prüfungslast gab der Akkreditierungsrat ein weiteres Signal für die Verbesserung der Studierbarkeit: Sie wird das entscheidende Kriterium für die Gestaltung der Studiengänge. "In der jetzt beginnenden Überarbeitung bereits akkreditierter Studiengänge im Rahmen der Reakkreditierung müssen die Modulbildung ebenso wie die Inhalte streng daraufhin überprüft werden, ob sie zum Ziel der Studiengangs beitragen und unnötige Einengungen der Studierenden bei der Wahl der Veranstaltungen vermeiden. Die Studierenden haben Anspruch darauf, Spielräume zu erhalten, die Eigeninitiative ermöglichen und fördern."

Die Entscheidungen des Akkreditierungsrates erfolgten im Rahmen der seit langem vorbereiteten Überprüfung des gesamten Regelwerks. Der Akkreditierungsrat griff dabei auf die bisherigen positiven wie negativen Erfahrungen zurück. Natürlich, so der Vorsitzende, rückten auch die berechtigten Proteste der Studierenden die Studierbarkeit in den Mittelpunkt seiner Überlegungen.

Die wesentlichen Ziele des Bolognaprozesses müssen wieder in den Mittelpunkt der Überlegungen treten: Die Studiengänge sollen Studierenden und Lehrenden Spielräume eröffnen und gleichzeitig den Absolventinnen und Absolventen eine qualifizierte Erwerbstätigkeit ermöglichen.

Präsident des Hochschulverbandes kritisiert Akkreditierungsrat

Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, hatte zuvor in einem Interview bei Spiegel Online die Daseinsberechtigung des Akkreditierungsverfahrens gänzlich in Frage gestellt und Hochschulprofessoren aufgefordert, die Arbeit im Akkreditierungsrat und in den Akkreditierungsagenturen niederzulegen. Vielmehr seien die Hochschulen eigenständig in der Lage, qualifizierte Studiengänge ohne Akkreditierung anzubieten. Gerade durch die Akkreditierung, die laut Kempen "ein Alleinstellungsmerkmal" zu jedem akkreditierten Studiengang fordere, wäre die Mobilität der Studenten eingeschränkt, da so an den Hochschulen hochspezialisierte Studiengänge geschaffen wurden.

10.12.2009 | (cr)

[Druckversion]  [Leserbrief]  [Artikel empfehlen]



Weitere Nachrichten aus der Hochschulpolitik:


» Saarland will Studiengebühren zum Sommersemester 2010 abschaffen

» Bildungsstreik: Verband der Professoren ruft zum 'Streik' am 10.12.2009 auf

» Uni Frankfurt im Bildungsstreik: Polizei räumt besetztes Uni-Gebäude

» Bildungsstreik 2009: In Essen kommt es nach Demonstration zu Auseinandersetzungen mit der Polizei

» HRK startet Diskurs mit Parteien zur Bundestagswahl über die Hochschulpolitik

» Uni Hamburg: Uni-Präsidentin Auweter-Kurtz scheidet aus dem Amt

» HRK-Präsidentin Wintermantel zur Bologna Reform

» NRW Kabinett beschließt Gelder für Hochschulpakt

» Saarland übernimmt Zinsen der Studienbeitragsdarlehen

» Hochschulpakt lässt Fragen offen

» Hamburg: Studiengebühren kommen verspätet

» Senat der Universität Bonn beschließt Studiengebühren


Zurück zu Hochschulpolitik | Nachrichten | Titelseite.

  CampusReporter.de durchsuchen:


Aktuelle Meldungen nach Datum:

Januar 2012
Atomausstieg selber machen - jetzt über Ökostrom informieren