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Exzellenzinitiative: Uni Stuttgart geht mit Optimismus in die zweite Runde

[Uni Stuttgart / idw] Am 15. September wird sich ein Fahrzeug mit einer wichtigen Fracht auf den Weg von Stuttgart nach Bonn zur Deutschen Forschungsgemeinschaft machen. Im Auto liegen sieben sorgfältig vorbereitete, im Uni-Design gebundene Antragsskizzen der Universität Stuttgart für die zweite Ausschreibungsrunde der Exzellenzinitiative, des Programms des Bundes und der Länder zur Förderung der Spitzenforschung. Stuttgart tritt mit je drei Anträgen für Exzellenzcluster und Graduiertenschulen und einem für ein Zukunftskonzept an. "Diesmal hoffen wir auf Erfolge in allen drei Förderlinien", betonen Uni-Rektor Prof. Dieter Fritsch und sein designierter Nachfolger Prof. Wolfram Ressel übereinstimmend. "Die durchweg interdisziplinär angelegten Anträge, die auch benachbarte Institutionen einbeziehen, bauen auf weithin anerkannten Stuttgarter Arbeitsfeldern auf", sagt Fritsch; damit soll - ergänzt sein Nachfolger - "das Profil der Forschungsuniversität Stuttgart weiter gestärkt werden".

Bei den Exzellenzclustern geht es um (I) Flugtechnologien der Zukunft, (II) neue Materialien und ihre Eigenschaften sowie um (III) photonische Technologien. Die Flugtechnologien der Zukunft sollen für Transport, Kommunikation und Forschung den gesamten Bereich von Long-Distance- und Solarflügen oder hochfliegenden Plattformen bis zu Satelliten, interplanetaren Missionen oder dem Wiedereintritt von Raumfahrzeugen in die Atmosphäre abdecken. Dabei werden Wissenschaftler aus Raumfahrt und Geodäsie mit Kollegen aus Maschinenbau, Mathematik, Informatik, Elektrotechnik sowie Architektur und Bauingenieurwesen zusammenarbeiten. Cluster II aus dem Bereich der Materialforschung ist stärker in der Grundlagenforschung verankert und soll unter anderem dazu beitragen, Stuttgart als Zentrum für die Mikro- und Nanostrukturforschung sowie neue Materialien und Materialsysteme zu stärken. Neben der Kooperation von Chemikern, Physikern, Materialwissenschaftlern, Elektrotechnikern, Maschinenbauern und Raumfahrtingenieuren ist hier auch eine Verstärkung der Zusammenarbeit mit einer Reihe von außeruniversitären Instituten wie beispielsweise den Stuttgarter Max-Planck-Instituten geplant. Das ebenfalls unter Beteiligung außeruniversitärer Institute geplante Zentrum für photonische Technologien (Cluster III) soll die in Stuttgart vorhandene Kompetenz von der Lasertechnik bis zu Metamaterialien zu-sammenführen und den Technologietransfer in die Industrie intensivieren. Ausgebaut werden soll die Weiterbildung auf diesem Feld und geplant ist zudem ein neuer Studiengang "Optical Engineering".

Bei den Graduiertenschulen, die der Heranbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen, setzt Stuttgart auf die Bereiche (I) Systembiologie, (II) Leichtbau und III) Festkörperphysik. Das sich rasch entwickelnde, interdisziplinäre Arbeitsfeld der Systembiologie will biologische Systeme mit einem ganzheitlichen Ansatz verstehen. Dabei sollen mit mathematischen Modellen auf der Basis biologischer Daten Zellen und letztlich ganze Organismen beschrieben, untersucht und in Zukunft auch beinflusst werden. Dieser Ansatz öffnet neue Möglichkeiten beispielsweise zur Analyse genetischer Information oder zur Beobachtung der Interaktionen zwischen Proteinen und ermöglicht damit Antworten auf Fragen der Biomedizin oder Bioprozesstechnik. Die auf dem im Jahr 2005 an der Universität Stuttgart eingerichteten, bundesweit ersten Universitätszentrum für Systembiologie basierende Graduiertenschule soll Absolventen aus Ingenieur- und Naturwissenschaften eine forschungsnahe Ausbildung ermöglichen; diese dürften sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der pharmazeutischen und biotechnischen Industrie sehr gefragt sein. Innovative Leichtbaulösungen werden künftig eine Schlüsselstellung bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit einnehmen. Dies ist der Ausgangspunkt der Graduiertenschule zum Thema Leichtbau, die den gesamten Lebenszyklus von Leichtbauprodukten vom Design bis zum Recycling betrachtet. An dem international ausgerichteten Konzept wirken neben sieben Fakultäten auch vier außeruniversitäre Institute mit. Enge Bezüge zu den geplanten Exzellenzclustern zur Materialforschung und Photonik sind in der Graduiertenschule zur Festkörperpyhsik vorgesehen, die dem wissenschaftlichen Nachwuchs auf allen Teilgebieten dieser Disziplin eine sorgfältig angeleitete Ausbildung bis zum Master und der Promotion ermöglichen wird. Auch hier soll mit Forschern der Stuttgarter Max-Planck-Institute außeruniversitäres Know-how eingebunden werden.

"STuttTECH" ist das Programm der Universität Stuttgart für Innovation, Forschung und Technologietransfer für die dritte Förderlinie, das Zukunftskonzept, überschrieben. Mit diesem grundlegenden Strukturkonzept will die Universität die Einheit von Forschung und Lehre im Bereich der Exzellenzforschung etwas aufbrechen, um gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft und neue Wege zu gehen. Geplant ist dies vorrangig in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, und zwar in den Bereichen Kommunikation und Transport, Energie und Umwelt, Materialwissenschaften und -design sowie Simulationstechnologie. Auf diesen Feldern sollen Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft sowie auch die Wirtschaft enger eingebunden werden. Die TTI GmbH (Technologie Transfer Initiative) soll unter anderem durch den Kauf des Technologiezentrums gestärkt sowie die Betreuung der Wissenschaftler unter anderem durch weitere Welcome Services, Double Career Support oder bessere Angebote für die Kinderbetreuung verstärkt werden. Zudem will die Uni Stuttgart noch mehr als bisher mit gezielten Programmen um weiblichen Nachwuchs werben.

Wie bei der ersten Runde ist das Verfahren zweistufig. Der 15. September ist Stichtag für die Antragsskizzen; im Januar 2007 wird entschieden, welche Universitäten ausgearbeitete Anträge vorlegen dürfen. Die Exzellenzinitiative, die Bund und Länder im Juni 2005 beschlossen hatten, umfasst eine Förderung von 1,9 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2006 bis 2011. Damit soll es den deutschen Universitäten ermöglicht werden, sich im internationalen Wettbewerb in der Spitzengruppe zu etablieren. Beabsichtigt ist, aus beiden Ausschreibungsrunden etwa 40 Graduiertenschulen mit jeweils durchschnittlich einer Million Euro pro Jahr und circa 30 Exzellenzcluster mit durchschnittlich 6,5 Millionen Euro jährlich zu fördern. Für die Zukunftskonzepte sind je Universität Mittel von durchschnittlich 21 Millionen Euro pro Jahr einschließlich Exzellenzclustern und Graduiertenschulen vorgesehen. - Aus der ersten Ausschreibungsrunde hat die Uni Stuttgart noch zwei "Eisen im Feuer", das Exzellenzcluster Simulation Technology und die Graduate School for Advanced Manufacturing Engineering. Eingereicht hatte die Universität Stuttgart Anträge für fünf Exzellenzcluster, zwei Graduiertenschulen und ein Zukunftskonzept. Die endgültige Entscheidung über die Förderung aus der ersten Runde wird für Mitte Oktober 2006 erwartet.

06.09.2006 | cr/pm(Quelle:idw)

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