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taz wird (unfreiwillig) zur StudentInnenzeitung

besetztes Redaktionsgebäude der taz in BerlinSeit heute morgen haben Berliner Studierende die Redaktionsräume der taz in der Kochstraße besetzt. Ziel der Aktion sei es, einen Teil der morgigen taz mitzugestalten. Die Studierenden wollen dabei weniger eine umfassende Darstellung der Studierendenproteste und Streikaktionen in Berlin erreichen, als vielmehr in den selbst verfassten Artikeln eine umfassendere Systemkritik publizieren. Diese soll auch dazu dienen, den streikenden Studierenden Hintergründe zwischen der derzeitigen Bildungsmisere und allgemeineren politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen aufzeigen, die u.a. zu einer Kommerzialisierung der "Ware Bildung" führen wird. Die BesetzerInnen betonen dabei, nicht für die Mehrheit der Studierenden oder auch der derzeitig protestierenden Studierenden sprechen zu können, sondern gerade vielmehr auch diese ansprechen zu wollen. "Viele der Studierenden protestieren doch nur gegen die aktuellen Kürzungen und denken nicht darüber nach, inwieweit die Probleme der Bildungsfinanzierung in Deutschland auch systematische Ursachen haben", so eine der BesetzerInnen gegenüber CampusReporter.

Transparente künden von der Besetzung der taz-Redaktion
Transparente künden von der Besetzung der
taz-Redaktionsräume in der Kochstraße

Die taz selber bezeichnen die Besetzenden als systemaffirmativ. Längst sei die ehemals gesellschafts- kritische Zeitung in der Mitte angekommen, verzichtet auf wirkliche Diskussionen der Zustände und berichtet allenfalls noch polemisch über Bestrebungen zur Veränderung gesellschaftlicher Zustände. Im Kampf um eine höhere Auflage und zur Gewinnung weiterer Geldgeber für die neugegründete taz Entwicklungs KG sei das ehemalige "Revoluzzerblatt" auf Nachrichtenjournalismus ohne Aufzeigen möglicher Perspektiven übergegangen. Die Forderungen der BesetzerInnen, sowohl die Titelseite als auch weitere Seiten in der morgigen Ausgabe den BesetzerInnen zu überlassen, wollte die Redaktion der taz nicht nachkommen. Zum derzeitigen Zeitpunkt sieht es so aus, als würden den Studierenden die ersten beiden Seiten der tazzwei zur Verfügung gestellt, dazu ein kleiner Kasten auf der Titelseite. Zudem soll der Masthead der taz ein Banner mit Hinweis auf die Besetzung und die Artikel/Meinungen der BesetzerInnen erhalten. Die Formulierung des Banners, die die BesetzerInnen mit der Meinung der protestierenden Studierenden gleichsetzen würde, wird von diesen als verfehlt angesehen: "Wir wollen nicht als Studierende, sondern zu den Studierenden sprechen".

Das Klima während der Besetzung wird unterschiedlich beurteilt, eine Besetzerin berichtete von Rangeleien und genervten taz RedakteurInnen, andere bewerten das Verhalten der taz Redaktion positiv, beschwerten sich vielmehr nur über die eingeschränkten Zusagen der taz in Bezug auf die morgige Ausgabe. Derzeit sei die Polizei nicht eingeschaltet worden, eine Räumung wird jedoch von den Besetzenden noch befürchtet, da sie bis zum Erscheinen der morgigen Ausgabe in den Redaktionsräumen ausharren wollen. Vor dem Gebäude haben sich weitere Protestierende eingefunden, ein freier Zugang zum Gebäude sowohl für taz Redakteure als auch die besetzenden Studierenden sei über den Hintereingang möglich. Trotz mehrfacher Versuche gelang es CampusReporter bis jetzt nicht, eine Stellungnahme der taz Redaktion zu erhalten.

15.12.2003 | (cr)

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