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Bologna-Konferenz: Professoren und Studenten enttäuscht

In Berlin hatte Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) heute zur Bologna-Konferenz geladen. Mit Vertretern aus der Hochschulpolitik und auch der Wirtschaft wollte sie Maßnahmen zur Reform der Bologna-Reform erörtern. Herausgekommen ist wenig: Vage Versprechen zur Schaffung einer Akademie zur Förderung der Lehre an deutschen Hochschulen sowie ein allgemeiner Konsens, Anwesenheitspflichten abzuschaffen. Professorenvertreter und Studentenvertreter zeigen sich enttäuscht.

Bessere Studierbarkeit, Mobilität der Studierenden und eine höhere Akzeptanz des Bachelors auf dem Arbeitsmarkt, diese Themen wollte Ministerin Schavan mit Vertretern der Bundesländer, der Hochschulen, Studierenden und der Wirtschaft auf ihrer als Reaktion auf die Studentenproteste im letzten Wintersemester ausgerufenen Bologna-Konferenz angehen. Vorläufiges Ergebnis: das Bundesbildungsministerin will eine Akademie zur Lehre an deutschen Hochschulen schaffen und für die Verbesserung der Lehrsituation an deutschen Hochschulen bis 2020 zwei Milliarden Euro bereit stellen.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel begrüßt diese Investition in die Qualität der Lehre und forderte die Bundesländer auf, sich an der Finanzierung dieses Vorhabens zu beteiligen. Ministerin Schavan führte aus, dass die zusätzlichen Mittel für vorgezogene Berufungen, Personalaufstockungen im Bereich des Mittelbaus und zusätzlicher Mentoren- und Tutorenprogrammen eingesetzt werden sollten.

Mobilität der Studierenden steigern

Zu Steigerung der Mobilität von Studierenden seien zusätzliche Mittel in Höhe von ca. 90 Millionen Euro bis 2015 vorgesehen. Hiermit sollen u.a. vierjährige Bachelorprogramme mit Auslandsaufenthalt oder Sprachkursen sowie Hochschulkooperationen gefördert werden. Zugleich verwies Schavan auf die derzeitige BAFöG-Novelle, die vorsieht, ECTS-Punkte als Leistungsnachweis zu etablieren. Ebenso soll die Altersgrenze von förderungsberechtigten Masterstudenten angehoben werden.

Professorenverband enttäuscht: Bologna-Konferenz sei nur PR-Show

Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), Prof. Dr. Kempen, kritisierte die Veranstaltung scharf: "Die Veranstaltung hat nichts dazu beigetragen, die bislang verfehlten, aber nach wie vor richtigen Bologna-Ziele wie mehr Mobilität und weniger Studienabbrecher zu verwirklichen."

Auch die Kultusministerkonferenz wurde von Kempen kritisiert: Versprochene Zusagen nach den Studentenprotesten im letzten Herbst würden nicht umgesetzt. So habe sich bezüglich Modulgrößen und Umfang von Abschlussarbeiten zu wenig geändert.

Studentenvertreter enttäuscht: Außer Gesprächen nichts gewesen

Mit zahlreichen Forderungen zur Verbesserung der Studienbedingungen und der sozialen Lage der Studierenden waren Studentenvertreter zur Bologna-Konferenz angereist, sahen aber nur wenige ihrer Themen überhaupt behandelt. So kritisierte Anja Graf-Gadow vom freien zusammenschluss der studentInnenschaften (fzs): "Die Äußerungen von Frau Schavan, das nationale Stipendienprogramm als elternunabhängige Studienfinanzierung anzupreisen, sei der blanke Hohn. Ein zusätzliches Stipendienprogramm dient hauptsächlich der Förderung weniger aus reichen Elternhäusern." Stattdessen sollte ihrer Ansicht nach das BAFöG als herkunfts- und altersunabhängige bedarfsdeckende Studienfinanzierung ausgebaut werden.

Zudem kritisierten Studentenvertreter, dass es immer noch ungesichert sei, ob für jeden interessierten Studenten nach dem Bachelor Abschluss ein Masterstudienplatz bereit stehe. Ben Stotz, Mitglied der Studentenvereinigung DieLinke.SDS, forderte auf der Konferenz Masterplätze für Alle und verließ wenig später die Konferenz im Protest. Statt einer PR-Kulisse für Frau Schavan weiter zu unterstützen, kündigte seine Hochschulgruppe neue Proteste im Juni an.

Bundesbildungsministerin Schavan plant derweil, zukünftig jährlich zur Bologna-Konferenz zu laden.

17.05.2010 | (cr)

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