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Studentische Legionäre wollen Alpen bezwingen

"Die Germanen kommen", könnte es auf dem Forum Romanum demnächst erschallen, und: "Sie tarnen sich als Legionäre der Legio III Italica Antoniniana", einer um 200 n. Chr. im römsichen Regensburg stationierten Legion.
Ein wenig beruhigen dürfen sich die Römer dann allerdings doch, es sind nur zwölf Studenten verschiendener dem Altertum zugewandter Studiengänge, welche am eigenem Leibe erfahren wollen, wie die römischen Legionen ihre Gewaltmärsche durchführten und überstanden.
Diese Fähigkeit verschaffte dem Römischen Reich einen unschlagbaren Vorteil: innerhalb weniger Tage oder Wochen wurden ganze Legionen verlegt, um Aufstände in den Provinzen niederzuschlagen oder das Reich vor dem Einfall von "Barbaren" wie den Germanen zu sichern.

"Schwitzen und Schleppen wie die Römer"

Ob man als moderner Mensch solche Leistungen nachahmen kann, dieser Frage gehen Marcus Altmann, Dominik Bauer, Johannes Felix, Florian Himmler, Martin Kaiser, Andreas Klinger, Josef Löffl, Bernhard Ohlow, Gerhard Schraufl, Paul Schrott, Christian Schulte und Matthias Vogel nach. 478 Kilometer wollen sie von Regensburg nach Trient ziehen, in Tagesmärschen von ca. dreißig Kilometern.
Schon so wäre ein solcher Marsch über die Alpen (allein der von ihnen zu überquerende Brennerpass ist 1374m hoch) eine Strapaze, erschwerend ist dabei ganz wörtlich die Legionärsvollmontur: Loricae Segmentatae (Spangenrüstungen), Spatha (römisches Langschwert) haben sie getreu dem historischem Vorbild nachgefertigt, ebenso ihr Schuhwerk und auch die Zelte. Allein die Rüstung wiegt 25 Kilo.

Über drei Jahre haben sie in die Vorbereitung gesteckt: Gelder gesammelt, die gesamte Ausrüstung teils selbst nachgebaut oder von Spezialisten anfertigen lassen. In römischen Quellen danach geforscht, wie die Römer in kurzer Zeit "Normalbürger" der Antike zu strotzenden Legionären machten.
Der Forschung räumten sie einen breiten Raum ein, um aus ihrem Projekt auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. So will mindestens einer der Teilnehmer über die ganze Zeit hinweg jede Mahlzeit mit Getreidebrei bestreiten, um dann seine Abschlussarbeit über diese damals favorisierte Speise zu schreiben.

"Geschichte erfahrbar machen"

Legion Regensburg"Es kann leider als gesichert gelten, dass der Bezug zur Geschichte, insbesondere der Alten Geschichte, bei Kindern und Jugendlichen de facto kaum mehr vorhanden ist", stellen die Zwölf fest, von denen viele ein Lehramtsstudium betreiben und die Fazination für Geschichte neu erwecken wollen.
Dabei stützen sie sich auf die Theorie des Reenactment, welche insbesondere im anglo-amerikanischen Raum zu experimentellen Studien der Klassischen Altertumswissenschaft geführt hat. Durch Wiedererleben soll Geschichte greifbar werden und dadurch auch Nicht-Wissenschaftler begeistern. In den USA werden inzwischen an manchen Wochenenden ganze Schlachten des amerikanischen Bürgerkrieges nachgestellt, nicht als Kulisse für Hollywood, sondern mit dem Ziel, dem breitem Publikum ein lebendiges Bild geschichtlicher Ereignisse zu liefern als auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu erproben. So wollen die Studenten auch erforschen, wie es die campidoctores (Exerziermeister) schafften, durch die disciplina militaris aus Bauern Legionäre zu machen und auch, warum Vegetius in seiner Schrift "Epitoma rei militaris" davor warnte, aus Vogelfängern oder Konditormeistern Legionäre machen zu wollen.


Dass man als Kind den Anblick eines Dutzend vorbeziehender Legionäre nicht so schnell vergessen wird (und sich dann vielleicht mehr für die Römer interessiert), kann man den Studenten nicht absprechen.

Für dieses Ziel sowie ihrem wissenschaftlichen Erkenntniszuwachs werden die Zwölf in den nächsten Wochen noch reichlich schwitzen, schleppen und fluchen.
Seit zwei Tagen unterwegs, klagen sie inzwischen über ihre Stiefel, deren Nägel ihre Füsse malträtieren.
Einen Vorteil gönnen sie sich doch gegenüber ihrer Vorbilder: nach jeder Etappe wird erst einmal ein Arzt die schlimmsten Blessuren und Abschürfungen behandeln und auch ein Handy haben sie dabei, falls sie in den Alpen in eine kritische Situation kommen sollten.

19.08.2004 | (cr)

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