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The Million Dollar Homepage

Wer Studiengebühren zahlt, sieht sein Studium als Investition und erwartet eine entsprechende Rendite - solche Argumente hört man heute häufig in den Debatten über die aktuelle Hochschulpolitik. Jetzt zahlen - später einstreichen, vorausgesetzt, der Job stimmt auch.
In Großbritannien hat ein Student diese chronologische Reihenfolge umgedreht. Denn gerade seine Angst vor Schulden durch Studiengebühren hat ihn auf eine Idee gebracht, die wie ein Hoax aus der Dotcom-Boom Zeit klingt: 'The Million Dollar Homepage'.

The Million Dollar Homepage
Bunte Pixel als Gelddruckmaschine:
The Million Dollar Homepage

Die Idee der Million Dollar Homepage ist dabei so simpel, dass ihr wiederum ein Hauch Genialität innewohnt: auf der Webseite milliondollarhomepage.com werden kleine Werbefelder verkauft: jeder Pixel kostet einen Dollar, Mindestabnahme ist ein Feld von 10 x 10 Pixel für 100 Dollar.

Die Idee dazu kam dem 21-jährigen Alex Tew aus England, als er an einem Augustabend dieses Jahres darüber nachgrübelte, wie er sein Studium finanzieren soll.

In Großbritannien zahlen Studenten inzwischen 3000 Pfund Studiengebühren pro Jahr. Zwar werden die Gebühren erst nach Ende des Studiums fällig, dies wären nach drei Jahren BWL, die Alex Tew studieren will, aber immerhin ca. 13.500 Euro.

Zwei Monate sind nun vergangen, seitdem Alex die verrückte Idee in den Kopf sprang und nach eigenen Angaben hat er inzwischen die Hälfte der 1000 mal 1000 Pixel großen Werbefläche verkauft - und damit nicht nur seine Studiengebühren, Bücher, Auslandssemester und die obligatorischen Pubbesuche finanziert, sondern auch eine gute finanzielle Basis für weitere Geschäftsideen geschaffen.

Warum sollte man aber nun 100 Dollar für ein kleines, üblicherweise nicht einmal Quadratzentimeter großes Werbeplätzchen ausgeben?

Die Antwort dazu ist wiederum simpel: weil die Idee so verschroben war, haben sich die Medien der Story angenommen. Während Alex Tew nun von der Talkshow zur Morningshow durchgereicht wird oder bereits auf Promotiontour in die USA reist, schreiben weiterhin Redakteure aus aller Welt über den Studenten mit seiner Million Dollar Homepage. Und dadurch informiert besuchen tausende Surfer täglich die Webseite von Alex, die wirklich nichts zu bieten hat außer Werbung. Fünf Jahre soll die Seite mindestens online bleiben, der Hype dürfte allerdings bald wieder vorbei sein. Bis dahin aber scheint sich das Geschäft für all die Online-Casinos und sonstigen, meist kleinen Unternehmen zu lohnen, die auf der Million Dollar Homepage durch ihre kleinen und größeren Bildchen auffallen wollen.

Wo sich so leicht so viel Geld verdienen lässt, kommen schnell Nachahmer auf den Plan: so bietet inzwischen auch ein Jurastudent aus Münster die gleiche Werbeform an, auf seiner Webseite "Millionen Gesucht" bietet Alex Steinforth bisher aber vor allem eins: gähnende Leere.

Sein Namensvetter und Ideengeber Alex Tew will derweil bereits über 400 Plagiate entdeckt haben und stört sich nicht am Nachahmereffekt: denn diese Kopien verstärken nur den Hype und damit die Nachfrage auf seiner Juxgeschäftsidee: der Million Dollar Homepage.




Update (11.01.2006):

Die Geschichte der Million Dollar Homepage geht weiter: 990.000 Pixel hat Alex Tew bereits verkauft und versteigert die letzte kleine Werbefläche von 1000 Pixel auf eBay: Own The Last 1,000 Pixels on "MillionDollarHomepage .com" Inzwischen (11.01.06) wurden diese letzten Pixel für US $38.100,00 versteigert.

Damit steht damit fest, dass Alex Tew in knapp fünf Monaten mit seiner Idee der Million Dollar Homepage über eine Million US Dollar eingenommen hat.

Und eigentlich wollte er ja im September mit dem Studium der BWL beginnen; dies hat er nun erstmal um ein Jahr verschoben, da der Trubel um seine Million Dollar Homepage vorerst jedes gewissenhafte Studieren verhindert.

01.11.2005 | (cr)

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