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Politik: Studiengebühren:

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Studenten: Studiengebühren führen nicht zu Verbesserungen

Nur knapp 15 % der Studenten spüren Verbesserungen im Studium durch Einführung der Studiengebühren in fünf Bundesländern. Demgegenüber stehen über 70 % der Studenten, die sich durch die Gebühren keine Verbesserung der Studienbedingungen erhoffen. Dies ergab eine Studie, die der Professor Dr. Voeth, Lehrstuhlinhaber für Marketing an der Uni Hohenheim, durch Befragung von rund 5.000 Studenten in den Bundesländern, in denen bereits Studiengebühren erhoben werden, erstellt hat.
60 % der befragten Studierenden sprachen sich weiterhin gegen Studiengebühren aus.


Die Befragung, die laut Planung nun jährlich erhoben werden soll, will untersuchen, ob sich durch Studiengebühren die Studiensituation an der Universitäten verbessert und zugleich aufzeigen, wie zufrieden die Studenten mit der Verwendung der Gebühren an ihrer Universität und ihrem Fachbereich sind.

Studenten als Kunden

"Hochschulpolitisch machen Studiengebühren aus der universitären Ausbildung ein richtiges Bildungsprodukt", erklärt Prof. Dr. Voeth und bietet so die Grundlage, nach der die "Kundenzufriedenheit" der Studenten unter Gesichtspunkten der Marktforschung erfasst werden können. Wer Gebühren zahlt, wird zum Kunden und erwartet entsprechende Gegenleistungen.

Unter diesem Gesichtspunkt kommen die Universitäten schlecht weg. "In Schulnoten erhält das 'Experiment Studiengebühren' bundesweit nur eine 3-4", fasst einer der Projektleiter der Studie das Ergebnis zusammen.

Fehlende Informationen über die Verwendung

Nur ca. 21 % der befragten Studenten haben bisher überhaupt etwas von der Gebührenverwendung mitbekommen. Daher steht der Wunsch nach mehr Transparenz bei der Mittelverwendung und mehr Informationen dazu bei den befragten Studenten auf Platz 1 der Wünsche. So folgert Prof. Voeth, dass die "Informationspolitik und Transparenz in den Augen der meisten Gebührenzahler zu wünschen übrig" lässt. "Der Großteil der Gebührenzahler will noch gar nicht mitbekommen haben, ob und was mit seinen Gebühren gemacht wurde", kritisiert Prof. Dr. Voeth die Informationspolitik der einzelnen Universitäten und Hochschulen. Allerdings zeigten sich hier starke Unterschiede an den Universitäten: so fühlten sich ca. 70 % der befragten Studenten an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt gut informiert, auch in Regensburg und Konstanz lag diese Quote ähnlich hoch. Anders sieht es an den Universitäten in Düsseldorf, Stuttgart oder Hamburg aus, hier gab nur ca. jeder Zehnte an, über die Gebührenverwendung informiert zu sein. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass in Hamburg die Studiengebühren verspätet eingefordert werden und daher auch die Entscheidungen über die Verwendung später fallen werden. Ein direkter Vergleich ist hier also nicht möglich. Ein geplantes Ranking der Zufriedenheit der Studenten mit der Gebührenverwendung sei daher in diesem Jahr noch nicht möglich. Geplant sei dies aber für die Neuauflage der Studie im Frühjahr 2008.

Nord-Süd-Gefälle bei der Gebührenbefürwortung

In Bayern und Baden-Württemberg beurteilten knapp über die Hälfte der Studenten die eingeführten Gebühren negativ (56,1 % bzw. 56,5 %). Noch größere Ablehnung zeigt sich in Hamburg und Niedersachsen, wo sich 69,5 % bzw. 62,4 % der befragten Studenten generell gegen Studiengebühren aussprachen. Auch in Nordrhein-Westfalen versagten ähnlich viele Studenten den Gebühren die Zustimmung.

Dies hängt laut Prof. Dr. Voeth auch damit zusammen, dass nur 29 % der befragten Studenten bundesweit davon ausgingen, dass sich durch die Studiengebühren die Lehrbedingungen an den Universitäten verbessern würden.
Dagegen gaben 71 % der Befragten an, an keine Verbesserung durch die Gebühren zu glauben. Der Großteil der befragten Studenten sieht somit durch die Einführung der Gebühren auch in den nächsten Jahren keine Verbesserungen der Studienbedingungen kommen.

Zugleich aber zwingen die Gebühren zu einem schnelleren Studium. Knapp über 60 % der befragten Studenten gaben an, aufgrund der erhobenen Studiengebühren zügiger ihr Studium beenden zu wollen.

27.06.2007 | (cr)

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Siehe auch:

Bildung ist keine Ware. Ein Kommentar.

Die Ergebnisse der Studie können auf der Internetseite Gebührenkompass nachgelesen werden.


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