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Uni & Karriere
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Exzellenzinitiative: Eliteunis in Süddeutschland
Die Ludwig-Maximilians-Universität München, die TU München sowie die Universität Karlsruhe (TH) haben sich durchgesetzt: neben der ca. 21 Millionen Euro zusätzlicher Mittel für die Forschung pro ausgezeichneter Uni ging es bei der Exzellenzinitiative vor allem ums Prestige: wer ist die Eliteuni in Deutschland?
Die im Juli 2005 verabschiedete Exzellenzvereinbarung zwischen Bund und Ländern sieht vor, Spitzenforschung in Deutschland in den Jahren 2006 bis 2011 mit bis zu 1,9 Millarden Euro zusätzlich zu fördern. Die Mittel zur Förderung werden zu 75 % vom Bund, zu 25 % von den 16 Bundesländern getragen.
Die jetzige Entscheidung in der ersten Runde der Exzellenzinitiative betraf Fördergelder in Höhe von ca. 873,4 Millionen Euro, weitere Fördergelder werden im Oktober 2007 verteilt.
Exzellenzinitiative im Überblick:
Graduiertenschulen:
18 Graduiertenschulen
werden in den nächsten
Jahren mit jährlich ca.
1 Million Euro gefördert.
Diese Graduiertenschulen
haben sich durch die
Qualität eines übergreifenden
Forschungs- und
Studienprogramms in
profilbildenden Wissen-
schaftsfeldern, ihrer
Attraktivität für in- und
ausländische Absolventen,
sowie ihrer bestmöglichen
Betreuung und Herstellung
einer Selbstständigkeit des
wissenschaftlichen Nachwuchses
herausgebildet.
Exzellenzcluster:
17 Exzellenzcluster werden
mit ca. 6,5 Millionen Euro
jährlich gefördert werden.
Exzellenzcluster sind zu einem
Themenkomplex zusammen-
gefasste Foschungseinrichtungen
an einem Standort, die ein von
wissenschaftlicher oder wirt-
schaftlicher Relevanz gekenn-
zeichnetes Thema fächer-
übergreifend erforschen.
Zukunftskonzepte:
Die mit jährlich 21 Millionen Euro
geförderten Zukunftskonzepte
sollen Graduiertenschulen, Exzel-
lenzcluster sowie weitere profil-
bildende Wissenschaftsbereiche
einer Universität zusammenfassen,
um in der Zukunft einen Spitzenruf,
auch international, zu erlangen.
Dabei verteilen sich diese Fördergelder auf 18 Graduiertenschulen, 17 sogenannte Exzellenzcluster und drei Zukunftskonzepte.
Die Ludwig-Maximilians-Universität München führt dabei die Liste der Auszeichnungen an: gleich drei Exzellenzcluster sowie eine Graduiertenschule der LMU wurden neben dem Zukunftskonzept ausgezeichnet.
Die TU München sowie die RWTH Aachen freuen sich über die Förderungen jeweils zweier Exzellenzcluster und einer Graduiertenschule, die Universität Karlsruhe (TH), die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, die Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Medizinische Hochschule Hannover sowie die Justus-Liebig-Universität Gießen können jeweils die Auszeichnungen eines Exzellenzclusters und einer Graduiertenschule verbuchen.
Die drei Universitäten in Berlin, die Universitäten in Bremen, Bochum, Mannheim, Freiburg, Würzburg und Erlangen-Nürnberg waren mit jeweils einer Graduiertenschule erfolgreich.
An den Universitäten in Kiel, Göttingen, Frankfurt am Main und Konstanz werden in den nächsten Jahren jeweils ein Exzellenzcluster gefördert.
Wissenschaft setzt sich gegen Politik durch
Mit der Entscheidung, vorerst nur an drei Universitäten Zukunftskonzepte mit jeweils ca. 21 Millionen Euro jährlich zu fördern, setzten sich die mit Wissenschaftlern aus dem Aus- und Inland besetzten Kommissionen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates gegen die Bildungspolitiker der Länder durch. Laut Berichten der FAZ war es daher während der morgendlichen Beratungen vor der Verkündung der Sieger der Exzellenzinitiative zu einem Eklat gekommen, da die Wissenschaftsminister aufgrund der klaren Votierungen der Wissenschaftler keine Chance hatten, ihre regionalen Universitäten zu stützen.
Großteil der Förderung geht in die Naturwissenschaften
Das Gros der zusätzlichen Forschungsgelder wird in die Naturwissenschaften fließen. Nur vereinzelt konnten sich geisteswissenschaftliche Programme, wie z.B. die Graduate School of North American Studies an der Freien Universität in Berlin oder der Exzellenzcluster Cultural Foundations of Social Integration an der Universität Konstanz, durchsetzen.
Förderungssummen im Bezug auf den Unihaushalt
Die drei ausgezeichneten Zukunftskonzepte dürfen mit jährlich ca. 21 Millionen Euro zusätzlich für ihren Haushalt rechnen, allerdings beinhaltet diese Summe bereits die ca. 6,5 Millionen Euro Förderung je Exzellenzcluster sowie die ca. 1 Million Euro je Graduiertenschule.
Die Ludwig-Maximilians-Universität arbeitet bisher mit einem Jahresetat von knapp 380 Millionen Euro (ohne Uniklinik), 31,7 Millionen Euro dieses Etats kommen durch Förderungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft zustande.
Die zusätzlichen 21 Millionen Euro durch die Exzellenzinitiative erhöhen das Budget der Universität daher um ca. 5 Prozent.
Die weltweit immer wieder als einzige Spitzenuni im deutschsprachigen Raum betitelte ETH Zürich arbeitet mit einem jährlichen Budget von (umgerechnet) ca. 655 Millionen Euro.
13.10.06 | Christian Reinstorf
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