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Podcasts statt Vorlesung? -
Die mobile Uni für die Hosentasche

Podcasts sind inzwischen ein weit verbreitetes und anerkanntes Medium. Die Einsatzgebiete sind vielfältig, ob in der Unterhaltung, im Marketing oder als Sprachkurs. Nach amerikanischem Vorbild könnten Podcasts nun auch die deutschen Hochschulen erobern und den Studenten das Lernen erleichtern.

Welcher Student kennt es nicht? Das morgendliche Klingeln des Weckers höflich überhört, die Bahn verpasst - oder der Sitznachbar im Vorlesungssaal hatte mal wieder interessanteres zu erzählen als der Professor. Und nun soll man sich alleine durch die Hieroglyphen der kurzgefassten Vorlesungsunterlagen kämpfen. Für den deutschen Studenten setzt da meistens der Frust ein.
Auf der anderen Seite des Atlantiks jedoch, schaltet sein amerikanischer Studienkollege einfach den MP3-Player an, steckt sich die Kopfhörer in die Ohren und hört die Vorlesung noch einmal an - als Podcast.

In den USA hat man die Möglichkeiten, die das Format für den Bildungsbereich bietet, längst erkannt. So gehört es für viele Universitäten zum Service, ihren Studenten digitales Bild-, Video- und Tonmaterial der Vorlesungen zur Verfügung zu stellen. Einmal mittels eines sogenannten Podcatchers abonniert, können Inhalte ohne weiteres Zutun automatisch geladen werden sobald eine neue Vorlesungsaufzeichnung veröffentlicht wird.

In Deutschland muss man nach solchen Angeboten noch mit der Lupe suchen. Erste Versuche damit hat die Fachhochschule Osnabrück unternommen. So findet man etwa die Vorlesung "Audio-Videotechnik" des "Studiengangs Medieninformatik" im iTunes-Store. Neben dem gesprochenen Text sind zusätzlich die kommentierten Folien als PDF-Dokument verlinkt. Diese Kombination aus Audio-Vortrag und Vorlesungsfolien funktioniert erstaunlich gut. Dabei ist man nicht an den heimischen PC gebunden. Alle mobilen Geräte wie iPod, PDA oder Mobiltelefon, die PDF und Textformate lesen können, machen die Bahn oder das Auto zum Hörsaal.

Auch an der Universität Zürich (UZH) hat man damit gute Erfahrungen gemacht. Prof. Dr. von der Crone, Prorektor für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der UZH - sieht den Vorteil vor allem darin - "zeitverschoben auf die Vorlesungen zugreifen zu können". Er bietet bereits seit längerem Podcasts zu seinen Vorträgen an. Die seien nicht nur "nützlich, wenn man etwas verpasst hat", sondern auch zur "Erinnerung oder als Nachschlagewerk" gedacht. Die Angst vieler Kritiker, bald vor leeren Hörsälen zu stehen, teilt von der Crone nicht. "Der Podcast ist kein Ersatz für die Vorlesung. Traditionell ist es so, dass die einen in die Vorlesung kommen und die anderen lieber zu Hause lernen. Aber so gut wie jemand zu Hause ein Buch benutzt, kann er auch den Podcast hören". Nach Meinung des Schweizers sollten in den nächsten fünf Jahren möglichst alle Vorlesungen als Podcasts angeboten werden.

Ob sich die "Vorlesung im Hosentaschenformat" allerdings auch hierzulande durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Das Konzept ist vielversprechend. Die Chancen stehen gut, dass der Podcast sich langfristig unter den Vorlesungsmaterialien etabliert, Hier wird vieles von der Bereitschaft der Professoren und Universitäten abhängen, dies auch umzusetzen.

18.07.2007 | Rainer Kalupke

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