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Exzellenzinitiative: sechs neue Elite-Unis

Sechs weitere Universitäten in Deutschland können sich ab sofort mit dem Titel einer Elite-Uni rühmen: die Universitäten in Göttingen, Freiburg, Heidelberg und Konstanz sowie die Freie Universität Berlin und die RWTH Aachen wurden heute in Bonn in die Liga deutscher Forschungsexzellenz erhoben. Bereits seit einem Jahr schmücken sich die Universität München, die TU München und die Uni Karlsruhe (TH) mit dem Titel.

Der Titel Elite-Uni ist dabei in der Exzellenzinitiative eigentlich gar nicht vorgesehen, realiter wurden die Zukunftskonzepte der Universitäten ausgezeichnet. Neben der Kür dieser Zukunftskonzepte werden in der Exzellenzinitiative zudem sog. Graduiertenschulen und Exzellenzcluster ausgezeichnet.



Die Gewinner 2007:

Zukunftskonzepte:

RWTH Aachen
FU Berlin
Uni Freiburg
Uni Göttingen
Uni Heidelberg
Uni Konstanz


Graduiertenschulen:

Uni Bayreuth
FU Berlin (2)
HU Berlin (2)
Uni Bielefeld
Uni Bonn
Uni Bremen
TU Darmstadt
Uni Göttingen
Uni Heidelberg (2)
Uni Jena
Uni Kiel
Uni Konstanz
Uni Leipzig
Uni Lübeck
Uni Mainz
Uni des Saarlandes
Uni Stuttgart
Uni Ulm


Exzellenzcluster:

RWTH Aachen
FU Berlin (2)
HU Berlin
TU Berlin
Uni Bielefeld
Uni Bremen
TU Darmstadt
Uni Nürnberg-Erlangen
Uni Frankfurt a.M.
Uni Freiburg
Uni Hamburg
Uni Hannover
Uni Heidelberg
Uni Kiel
Uni Köln
Uni Münster
Uni des Saarlandes
Uni Stuttgart
Uni Tübingen


Erläuterungen zu
der Bedeutung von
Graduiertenschulen,
Exzellenzcluster und
Zukunftskonzepten
finden sich hier.

Insgesamt ging es in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative um ca. eine Milliarde Euro, die in den nächsten fünf Jahren auf 21 Graduiertenschulen, 20 Exzellenzcluster und die sechs Zukunftskonzepte verteilt werden. Für die ausgezeichneten Universitäten zählt neben der finanziellen Unterstützung aber insbesondere auch die Anerkennung und Selbstvermarktungsmöglichkeit, welche die Auszeichnung durch die Exzellenzinitiative insbesondere auf internationaler Ebene ermöglicht.

Der Weg der Universitäten in den Ezellenzzirkel

Dafür haben die Universitäten im letzten Jahr einen Bewerbungsmarathon in Kauf nehmen müssen, unter anderem zahlreiche Begutachtungstermine durch die international besetzten Fachkommissionen der Exzellenzinitiative über sich ergehen lassen sowie umfangreiche Bewerbungen verfassen müssen. Da wurden, wie an der HU in Berlin, noch einmal Wände neu überstrichen, schnell einige neue Fotos und Wegweiser aufgehängt, die Uni herauspoliert. Es ging zwar um Inhalte der Forschung, aber auch der Rahmen sollte stimmen. Bei den Studenten allerdings blieb ein zwiespältiger Eindruck zurück und letztlich wurden die Bemühungen an der HU Berlin nicht belohnt: zwar werden an der Humboldt-Universität in Berlin nun zwei Graduiertenschulen und ein Exzellenzcluster gefördert, für das eingereichte Zukunftskonzept und damit dem begehrten Titel einer Exzellenzuniversität reichte es an der HU Berlin jedoch nicht.

Auch an anderen Universitäten wurde reichlich Arbeit in die Bewerbungen gesteckt, an der Universität Freiburg waren so beispielsweise über 200 Wissenschaftler zeitweilig mit den Bewerbungsverfahren beschäftigt.

Nord-Süd-Gefälle bleibt bestehen

Auch wenn mit der Universität Göttingen nun eine Universität aus Niedersachsen geehrt wurde, mit der RWTH Aachen eine Hochschule aus Nordrhein-Westfalen zur Elite aufsteigt und die FU Berlin zumindest geografisch im Osten angesiedelt ist, wenn auch in Westberlin: Bayern mit seinen zwei bereits im Vorjahr gekürten Einrichtungen und Baden-Württemberg, zu derem letztjährigen Gewinner nun drei weitere Universitäten aufschließen, bestimmen weiterhin die Elitelandschaft im deutschen Hochschulwesen.

Massives Ungleichgewicht zwischen West und Ost

In der zweiten Runde der Exzellenzinitiative konnten bis auf die Universität Jena, deren Graduiertenschule für Mikrobiologische Kommunikation ausgezeichnet wurde, sowie die HU Berlin, die zwei Auszeichnungen für Graduiertenschulen sowie ein gekürtes Exzellenzcluster vorweisen kann, keine Universitäten oder Hochschulen aus Ostdeutschland eine Förderung durch die Exzellenzinitiative erreichen (siehe Liste der Gewinner links).

Inzwischen regt sich daher auch Kritik am Exzellenzverfahren. Insbesondere Rektoren der Universitäten in Ostdeutschland sehen eine sich weitende Schere in der deutschen Hochschullandschaft und ihre Universitäten durch erforderliche Umstrukturierungsleistungen seit Anfang der neunziger Jahre vom Exzellenzwettbewerb abgeschnitten. So äußert der Rektor der TU Dresden in einem Interview des Deutschlandradios Kultur die Befürchtung, durch die jetzt neu verteilten Förderungen in der Exzellenzinitiative würden Einrichtungen in Ostdeutschland weiter abgehängt zu werden. Gefördert würden nur die bereits jetzt besonders gut aufgestellten Hochschulen, wodurch sich deren Vorsprung weiter vergrößern würde. Ein Gleichziehen würde so weiter erschwert.

Gefördert wird nur die Forschung

Eine weitere Kritik wird schon seit einem Jahr beständig vorgebracht: durch die Exzellenzinitiative wird die Forschung belohnt; dies gehe aber auf Kosten der Lehre. Schon im letzten Jahr waren daher Forderungen aufgekommen, zugleich eine Exzellenzinitiative für die Lehre zu gründen. Eine solche wurde jedoch bisher nicht umgesetzt. Auch Richard Münch, Soziologe an der Universität Bamberg, sieht die Studenten durch die Exzellenzinitiative benachteiligt. In einem Interview auf UniSPIEGEL Online äußerte er die Befürchtung, Professoren würden durch die Initiative und die Bewerbungsverfahren Zeit genommen, die dann in der Lehre fehle.

Auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft kritisierte die Exzellenzinitiative in ihrem grundsätzlichen Ansatz: "Statt die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland zu fördern, vertiefen Bund und Länder mit ihrem milliardenschweren Programm das Gefälle zwischen Ost und West, Nord und Süd", sagte Andreas Keller, in der GEW für Hochschule und Forschung verantwortliches Vorstandsmitglied. Während für den Hochschulpakt, mit dem zusätzliche Kapazitäten für den in den nächsten Jahren anstehenden Studentenberg geschaffen werden sollen, vom Bund gerademal 219 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, würden für die Exzellenzinitiative vom Bund 1,4 Milliarden Euro bereit gestellt. Keller dazu: "Das ist eine falsche Prioritätensetzung zu Lasten junger Menschen, die sich aufgrund des Studienplatzmangels die Exzellenz-Unis nur von außen anschauen dürfen."

19.10.2007 | (cr)

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Zum Thema:

Elite-Unis in Süddeutschland. Die Exzellenzinitiative 2006 mit Erläuterungen zu Graduiertenschulen, Exzellenzclustern und Zukunftskonzepten.


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