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10.09.03

Junimond


  

Paul zieht in eine Wohnung nach Paderborn - und das von einer Großstadt aus (war es Berlin?). Er will alleine sein, bunkert sich zu Hause ein. Bald sieht er im gegenüberliegenden Haus Nele, die offensichtlich auch nur für sich alleine zu kochen hat. Bei dem Satz: “An diesem Abend sah ich sie zum ersten Mal,” hatte ich den Film schon fast abgeschrieben: ein weiterer deutscher Liebesfilm, der große Gefühle schaffen will? Aber es kam anders: Ein Film, der es wirklich schafft, große Gefühl zu vermitteln, der einfach mitreißt.

Man erfährt spät, warum es Paul nach Paderborn verschlagen hat, warum er alleine sein will. Sich immer wieder einblendende Erinnerungen aus seiner Zeit als KFOR-Soldat, alte Fotos und ein Miniatur-Citroën bringen dem Zuschauer Paul näher. Auch Nele und er kommen sich näher - durch unausgesprochene Gedanken und imaginäre Szenen; und auch sie trägt mehr mit sich herum, als das zunächst den Anschein hat.
Mehr des Inhalts preiszugeben, würde bedeuten, dem potentiellen Zuschauer seine Rolle als weiterer Charakter in diesem Film zu nehmen, denn er wird eingebunden, fühlt mit, erfährt, lebt mit Paul und Nele, deren Geheimnisse, Liebe und Vertrauen zueinander es zu entdecken gilt.
Hanno Hackfort schafft es, zusammen mit Oliver Mommsen und Laura Tonke, die leisen Töne als solche zu belassen, keinen Kitsch daraus zu machen und sie lange nachklingen zu lassen. “Junimond” ist ein Kunstwerk für sich, in dem jeder Dialog, jede Stille und alles andere Unausgesprochene genau seinen Platz hat.

Geschrieben von am 10.09.03

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