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24.09.03

The Mother

Der Besuch der alternden Eltern bei ihren beiden Kindern in London endet für den Vater mit einem tödlichen Herzinfarkt. Seine Ehefrau May sieht sich nun einem einsamen Leben gegenüber. Sie beschließt, bei ihren wenig fürsorglichen Kindern in London zu bleiben, statt in das einsame Haus ihrer Ehe, das so viele Erinnerungen birgt, zurückzukehren. Doch das Leben des Sohnes ist mit seiner hübschen aber zickigen Ehefrau Helen und seinem Job ausgefüllt, die Mutter scheint immer nur im Wege zu stehen. Tochter Paula kommt mit ihrem Leben selbst nicht zurecht und schiebt dies der Mutter in die Schuhe. May scheint nirgendwo einen Platz zu haben, versucht aber nach langer Ehe, das Leben endlich mal wieder zu genießen und ihr misslungenes Hausfrauendasein zu beenden. Sie beginnt zu zeichnen, zu begehren, zu lieben - und das ausgerechnet den verheirateten Freund ihrer Tochter, Darren.

Der Film deprimiert, vielleicht, weil man seine eigene Familie ein wenig in derer Mays wiedererkennen kann. Am Tisch hat man sich nicht wirklich etwas zu sagen, jeder lebt sein eigenes Leben und hat darin keinen Platz für eigentlich nahestehende Verwandte. May ist eine Mutter, wie sie viele von uns haben könnten. Der alternden Frau traut niemand mehr zu noch eigene Träume, Wünsche oder Bedürfnisse zu haben, die darüber hinaus gehen, jeden Mittag die Kochsendung im Fernsehen zu sehen und jeden Tag dem Mann die Hausschuhe ans Bett zu bringen; ihr wird sogar noch vorgeworfen, nichts weiter zu tun zu haben!

“The Mother” fällt durch seine Dynamik auf, der Film ist furchtbar hektisch, an Stellen, an denen er es sein sollte, kann aber auch durch richtig in Szene gesetzte Alltäglichkeiten oder Kameraeinstellungen die Melancholie vermitteln, die May in sich trägt. Insgesamt jedoch ist die Familie - der tattrige Vater, die neurotische Tochter, der klischeeüberladene Yuppiesohn, der typische Handwerker - etwas überzeichnet, wodurch der Verlauf der Dinge stellenweise erzwungen wirkt. Ein Film, der nachdenklich macht, in dem man sich jedoch leider nur zu Teilen eingebunden fühlen kann.

Geschrieben von am 24.09.03

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