Mystic River

Regie: Clint Eastwood
Schauspieler: Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon, Laurence Fishburne u.a.
Jimmy (Sean Penn), Sean (Kevin Bacon) und Dave (Tim Robbins) waren als Kinder Freunde, die damals gemeinsam auf der Straße spielten und die als Erwachsene erst wieder durch den Mord an Jimmy’s ältester Tochter Katie (Emmy Rossum) auf tragische Weise enger zusammengebracht werden. Die drei haben sich sehr auseinander entwickelt: Jimmy war lange Zeit in kriminelle Geschäfte verwickelt, Sean landete bei der Polizei und der stille Dave lebt eher zurückgezogen. Er hat immer noch mit vier Tagen seiner Kindheit zu kämpfen, in denen er von angeblichen Cops entführt und misshandelt wurde. Dass es damals jeden der drei hätte erwischen können, ist allen bewusst.
Dave hatte Katie an ihrem letzten Abend gesehen und kommt in dieser Nacht mit einer Bauchwunde und einer blutigen Hand nach Hause und behauptet, überfallen worden zu sein. Jimmy kann sich bei seinem alten Freund ausheulen und versucht, in seiner blinden Wut den Mörder auf seine Weise mithilfe alter Ganovenfreunde vor der Polizei zu finden. Sean und sein Partner Whitey (Laurence Fishburne) versuchen objektiv zu bleiben und die Frauen stehen ihren Männern auf ganz unterschiedliche Weise zur Seite.

Der Film ist dabei kein reiner Krimi, in dem es „nur“ gilt, den Mörder zu finden. Die Vergangenheit, gegensätzliche Charaktere, Hintergründe und Lebensumstände, Gefühle von tiefer Trauer, unendlicher Wut, der Angst, verrückt zu werden, neutral zu bleiben, zu rächen, zu lieben, Zweifel – in diesem Film kommt vieles zusammen. In Pay After ausnahmsweise ein Film aus Hollywood, der es leider nicht ganz schafft, sich von manchen Klischees los zu sprechen oder andere zu lockern. Dass die Frauen irgendwie nichts Kluges zu sagen haben fehlt genauso wenig wie die Stars and Stripes an der Hausfassade oder das einzig wahre Familienglück. Das Schauspieler-Aufgebot ist zweifelsohne gigantisch: Sean Penn, Kevin Bacon, Tim Robbins, Laurence Fishburne und Laura Linney sind kaum zu toppen und machen ihre Sache gut, wenn auch meiner Meinung nach etwas zu überzogen ‚labil’ und ‚fanatisch’. Auflockernd sind einige gute Sprüche von Sean’s Partner Whitey Powers (Laurence Fishburne), die in diesem manchmal doch recht langen Film auch wirklich nötig sind. Und: Auch wenn der Meister Clint Eastwood das mit der Regie ganz gut hinbekommen hat: Für die Musik sollte er sich nächstes Mal lieber jemand anderen suchen.
Geschrieben von am 19.11.03