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24.03.04Brass on Fire - Iag BariWenn man ausnahmensweise einmal schon im Voraus ein sicheres Gefühl hat, welcher Film an einem Abend bei Payafter laufen wird, sollte man ab sofort gewarnt sein: denn auch Herr Wiedemann dachte ursprünglich, am heutigen Mittwoch, "Schultze get the blues" zeigen zu können. Stattdessen steckte die Filmrolle auf der Autobahn fest und um 21:15h fehlte weiterhin ein Film für den Abend. Die "Lösung": eine Dokumentation über Fanfare Ciocalia, einer Roma-Band aus den Karpaten, die inzwischen weltweit ihre Fans begeistern.
Nun gibt es wahrscheinlich seit Buena Vista Social Club einen gewissen Drang, bei weltweit erfolgreichen Bands der Ethnomusikszene gleich eine filmische Dokumentation zu drehen, ein immer wieder aufblühende Geschichte vom Glück, welches durch den musikalischen Erfolg auf eine ansonsten unbeachtete Region fallen kann. Im rumänischen Dorf Zece Prajini (Zehn Felder) nun träumt ein jeder, als Musiker so erfolgreich zu sein oder werden wie die Mitglieder der Fanfare Ciocalia; ein Junge fischt ein Horn aus einem See, sucht jemanden, der es ihm herrichten kann und schaut dem Zug nach, der die Band in die Welt hinaustragen wird.
Die Dokumentation richtet sich hier mehr auf Musik als Erfolgsweg, als oft einzige Möglichkeit, der Tristesse eines vergessenen Landstrichs zu entkommen. Die beiden "Glücksbringer" aus Deutschland, welche Fanfare Ciocalia unter Vertrag nehmen, Konzerte und Tourneen in Deutschland, Italien oder auch Japan organisieren, werden einem allerdings nicht sympatisch. Und die Musik selbst rückt allzuoft in den Hintergrund, wird verdrängt von der Erfolgsgeschichte, wodurch der Film eine seiner größten Chancen verspielt: eine Dokumentation über eine Band muß zuallererst deren Musik nachspüren, so, wie es Wim Wenders gelungen ist, als er mit seiner Dokumentation in die musikalische Seele des Buena Vista Social Clubs eingetaucht ist. Brass on Fire dagegen mischt eine einfach gestrickte Idee, "Band aus dem Nirgendwo wird erfolgreich", verklärt sie noch ein wenig durch Einsatz eines kleinen, musikbegeisterten Jungen, der den Film einleitet und beendet und hat doch diesem Genre nichts hinzuzufügen. Nach dem Film war das vorher dort hängende PLakat zu Schultze get the blues wieder verschwunden und zwei Gedanken blieben doch hängen an diesem Abend: den Film muß man eh noch sehen (Starttermin 21. April?) und: eigentlich ist die Idee, bei Payafter auch einmal eine Dokumentation zu zeigen, gar nicht zu verachten; nur: bitte nicht in der Qualität von Brass on Fire. Geschrieben von Christian Reinstorf am 24.03.04 |
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