Elephant

USA 2003
Regie: Gus van Sant
Mit: Alex Frost, Eric Deulen, John Robinson, Elias McConnell, Jordan Taylor, Carrie Finklea, Nicole George, Brittany Mountain, Alicia Miles, Kristen Hicks, Bennie Dixon, Nathan Tyson, Timothy Bottoms, Matt Malloy, Ellis E. Williams
„Elephant“ bekam in Cannes sogar zwei Palmen und wurde damit über alles gelobt. Hervorzuheben sind der Verzicht auf plumpe Klischees und Antworten, die ihn zu einem politischen Film machen, über den das Publikum diskutieren kann, weil eben Diskussionsbedarf geliefert wird.
Es geht um die Schilderung des Lebens auf einer normalen High School. Betrachtet werden dabei mehrere Jugendliche, denen jeweils ein ganzer Teil des Filmes gewidmet wird. Schön ist dabei, dass alle Geschichten an einem bestimmten Punkt zusammenlaufen. Der Film verläuft nicht in linearen Bahnen, verzichtet aber durchaus nicht auf ein festes Muster, das stets durchgehalten wird. Höhepunkt und Ende des Films ist die Schilderung eines Tages zweier Jungs, die gerne Klavier spielen, lesen, PC-Spiele zocken und schließlich Waffen aus dem Internet kaufen, um damit dutzende ihrer Mitschüler und Lehrer abzuknallen.

Für was der Elephant des Titels steht, musste ich mich zumindest erst einmal schlau machen: Es gibt ein buddhistisches Gleichnis, nach dem drei Blinde einen Elefanten ertasten, wobei der eine ihn für eine Schlange, der zweite ihn für einen Baumstumpf und der dritte ihn für eine Wand halten. Ein Elefant ist an der Wand eines Wohnzimmers zu sehen und fällt dort wohl eben so wenig auf oder wird eben nicht als das erkannt, was es ist - wie das Problem, warum die Jugendlichen dieses Massaker begehen. Außerdem dürfte Van Sant mit diesem Titel einen kleinen politischen Seitenstich gewagt haben, wenn er damit auf den Elefanten als Symbol der amerikanischen Republikaner hinweisen will.

„Elephant“ ist ein sehr kunstvoller Film, der aus der Rolle fällt. Ruhige metaphorische Bilder in einer einzigen Einstellung oder Ewigkeiten der „Dialoglosigkeit“ fallen ebenso auf wie lange Kamerafahrten. Dass diese langen Kamerafahrten wie die Einstellung von Ego-Shootern wirken, fällt dem ungeübten First Person Shooter Spieler wohl erst bei genauerem Nachdenken auf. Mit Sicherheit ist „Elephant“ aufgrund seiner filmischen Extravaganz und auch des stillen Aufrufes zum Nachdenken positiv hervorzuheben. Leider fehlt ihm die „Würze“, die ihn auch während des Sehens interessant machen. Trotz seiner 81minütigen Kürze ist er extrem langatmig. Ein Film sollte immer auch unterhalten, denn sonst fehlen ihm die Zuschauer und die „Message“ erreicht am Ende doch niemanden.
Geschrieben von am 31.03.04