ENGLAND ODER DEUTSCHLAND? helft mir bitte! bitte |
|
| Gast |
10.6.2007, 20:39
|
nicht angemeldet

|
Hallo,
ich habe ein sehr sehr kompliziertes Problem und ich brauche einfach die Meinung von Studenten um es zu lösen, da ihr ja nun mal etwas besser wisst wie Studieren in Deutschland dann letzten Endes in der Realität aussieht. (ich weis, dass der Text sehr lang ist, aber mein Problem bedarf solch einer langen Erörterung, bitte seit euch nicht zu schade dafür das ganz zu lesen, so überdramatisch sich das auch anhört aber es hängt wirklich mein Schicksal davon ab)
Ich ( 18 ) habe mich nie so wirklich auf dem Gymnasium wohlgefühlt, ich konnte nie wirklich definieren was es war, aber ich war mir auch sicher, dass sich Glück etwas anders anfühlen musste. Da ich schon immer viel Musik gemacht habe dachte ich mir, dass ein Auslandaufenthalt in England vielleicht ganz hilfreich sein könnte mir dabei zu helfen mich angemessen in meinen englischen Texten zu artikulieren. Das beschloss ich dann auch für ein Jahr. Dort wurde ich dann sehr von dem dort herrschenden Schulsystem überrascht. Das erste was ich tun musste, war zwischen Fächern wie Photography, Drama, Product and Design, Fashion, music technology,..... zu entscheiden und mir 4 Fächer rauszusuchen die ich dann jeweils in vier Stunden pro Fach über die Woche verteilt also 4 Fächer meiner Wahl, 16 stunden die Woche, unterrichtet bekam. Ich entschied mich für Photography, Film studies, Music technology und Psychology. Fächer von denen ich noch nie in meinem Leben gehört hatte, Themen über die ich noch nie nachgedacht hatte, weil das deutsche Schulsystem einen immer gekonnt und konsequent durch den kranken Wahn nach blanker theory und unendlichem allgemeinem Wissen vom realen Leben ferngehalten hat. Wie auch immer hier bekam ich plötzlich die Möglichkeit geboten die Dinge zu tun für die ich mich wirklich interessierte und das auch noch den ganzen Tag, Woche für Woche.
Ich hatte wirklich hochwertige Lehrkräfte, die für einen da wahren und eher als Freund fungiert haben und nicht als feind so wie das in Deutschland oft der Fall ist. In photography hatten wir unseren eigenen Dunkelraum mit allen notwendigen Chemikalien und 20 „enlarger“n. Bis zu Ende des Jahres hatten wir dann prachtvolle Kunstwerke produziert. In music technology hatten wir 30 Computer mit midikeyboards, der besten Music Software und unser eigenes Aufnahmestudio mit high quality mics jederzeit für uns zugänglich, als „Schulaufgaben“ mussten wir diverse Stücke am pc komponieren und ein Song einer Band unserer Wahl aufnehmen. In film studies konnten wir unglaublich moderne Kameras ausleihen und hatten Zugang zu 10 Hightech Mac PCs mit der besten Videobearbeitungssoftware, jeder Raum in dem Gebäude war wie ein Kino aufgebaut und wir verbrachten unsere ganze zeit damit filme zu analysieren und zu lernen wie wir das auch so hinbekommen. „Schulaufgabe“ war dann die Geschichte für einen ganzen Film zu schreiben, einen Aufsatz über den style des Filmes und eine Szene aus dem film zu verfilmen. Psychology habe ich nach ein paar Wochen aus Zeitmangel aufgegeben ^^. Was ich aber mit diesem Abschnitt zeigen wollte ist, dass man in England einfach die Möglichkeit dazu bekommt zu lernen was man auch wirklich lernen will, und dass das Prinzip die Schulstunden praktischer aufzuziehen eine ungeheuer positive Auswirkung auf einen selber als Mensch hat. Man bekommt plötzlich das Gefühl, dass man etwas schaffen kann, dass alles machbar ist, wenn man sich nur richtig reinhängt und vor allem bekommt man schon zu früher zeit einen Einblick in sein späteres Leben. Ich habe dieses Jahr einen richtigen Song produziert, einen Film angefangen und alles notwendige Grundwissen für photography gelehrt bekommen. Das sind dinge mit denen ich mich identifizieren kann, es tut gut sagen zu können dass man solche skills hat. Nicht wie in Deutschland wo man Tag für Tag wieder von der schule nach hause kommt an die wand schaut und sich fragt, was man eigentlich tut und was einen eigentlich ausmacht: „Yeah ich hab ne 2 in Latein und ne 3 in Bio, mein Gott fühl ich mich gut. Das bin ich eine 2 in Latein und eine 3 in Bio“
Wie auch immer die oben beschriebenen Erfahrungen habe ich alle auf einer englischen Highschool gesammelt, wenn wir das nun zum Gymnasium vergleichen dann erkennen wir hoffentlich alle denn unterschied. Ich habe jetzt noch 2 Monate übrig von meinem 1 jährigen Aufenthalt und ich spiele wirklich mit dem Gedanken in England zu bleiben und meine schulische Karriere hier fortzusetzten. Englische Universitäten sollen noch mal ein Stück besser sein und es werden Kurse in wirklich allen erdenklichen fächern angeboten, von Zirkusartistik bis zum disk jokeying. Nur habe ich das Problem, dass mir Deutschland als Land sehr gefällt, sowohl die Menschen als auch die Landschaft, moderne Städte, alte Städte und vor allem vermisse ich meinen besten freund. Deshalb die Frage:
KANN MIR EIN STUDIUM IN DEUTSCHLAND NUR ANNÄHERND DIE SELBEN QUALITÄTEN UND FREIHEITEN BIETEN?
Ich würde gerne Musik und Film studieren. Vielleicht kann ich ja so ein Leben auch in Deutschland haben, nur weis ich davon noch nichts. Das würde dann nämlich heißen, dass ich schulisch aber auch sozial zufrieden wäre. Ich schreibe das hier ins Forum, weil ich denke, dass ihr als Studenten wesentlich mehr Ahnung und Einblicke in das ganze habt als ich. Bitte helft mir.
mfg
|
|
|
|
|
|
| Chris |
11.6.2007, 11:26
|
CampusReporter.de

Gruppe: Admin
Beiträge: 352
Mitglied seit: 30.4.04
Aus: Bremen
Mitglieds-Nr.: 1

|
Hallo,
so wie Du Deinen Schulunterricht beschreibst, wirst Du in Deutschland eine traditionelle Universität nicht erleben, allerdings kann dies z.B. bei den Kunsthochschulen anders aussehen - die Frage ist eben, was Du studieren willst. Es stimmt schon, dass man in England aus so ziemlich allem ein "Studium" zusammenzimmern kann und je nach persönlichen Vorlieben mag dies passender sein - wenn Du allerdings in England ein klassisches Studienfach ergreifst, werden die Unterschiede zu Deutschland auch nicht so gravierend sein - außer Dir gelingt es, auf einem College zu landen, welches sich dem Tutorsystem verschrieben hat, wo eine viel stärkere Bindung und dadurch persönliche Formung entstehen kann.
Aber, es hängt eben stark davon ab, was Du studieren willst - würdest Du in Deutschland eine Hochschule der Künste besuchen, sähe es wohl ähnlich aus.
Viele Grüße
Chris
|
|
|
|
|
|
| Gast |
11.6.2007, 17:35
|
nicht angemeldet

|
danke für deine antwort cris
ehm, ich schwanke momentan immernoch sehr zwischen film und musik. Ich habe irgendwie persönlich ein problem damit, dass man sich früher oder später in seinem leben für etwas entscheiden muss. Das fühlt sich irgendwie grausam an, weil ich dann immer das gefühl habe etwas anders zu verpassen. Da könnte man jetzt argumentieren, dass ich doch in deutschland bleiben sollte, weil da alles allgemeiner ist, aber auch dort muss man sich dann irgendwann entscheiden.
Mal ganz davon abgesehen ob ich mich jetzt nur für eines der beiden entscheide oder beide zusammen mache. Es stellt sich auch noch die frage, was ich nach dem studium dann machen kann. Ich habe mir schonmal 2 hingespinste ausgedacht: 1. Ich mache film hauptberuflich, weil es einfach eine sicherer anlage ist und man es wirklich mit so vielen dingen verknüpfen kann. Und Music mache ich privat 2. oder ich konzentriere mich auf music, fange aber nebenbei noch an zu djn, was mich in schweren zeiten über wasser halten könnte
für den 1. fall: deutschland hat zwar eine recht akzeptable filmindustrie und auch ziemlich talentierte leute, aber deutsche filme bleiben leider immer nur in deutschland, es ist einfach diese sprachliche barriere. Ja und das mit musik kann man glaube ich total vergessen in deutschland. Ich habe so grausame jahre mit musikunterricht auf einem musischen gymnasium hinter mir. Das war alles so intollerant und alles nur theoretisch, e gitarre wurde nicht als instrument anerkannt und electronische music wurde einfach nur ignoriert. Vielleicht ist das auf einer hochschule ja alles total anders. Weist du vielleicht ob das auf hochschulen etwas anders läuft?
für fall 2.: deutschland wäre bestimmt nicht schlecht für den dj aspect, da seutshland wirklich eine der bestimmensten läder bezüglich elektronischer music ist, aber da ich ja auch noch instrumentale music machen möchte, kommt wieder das argument ins spiel, dass ich vorher schonmal angebracht habe.
to sum it up: hast du irgendeine ahnung wie ich mir einen einblick in das hochschulleben verschaffen könnte? aufgrund meines standortes kann ich ja leider nicht einfach mal eine besuchen gehen.
mfg
|
|
|
|
|
|
| Chris |
11.6.2007, 18:48
|
CampusReporter.de

Gruppe: Admin
Beiträge: 352
Mitglied seit: 30.4.04
Aus: Bremen
Mitglieds-Nr.: 1

|
Hi, also die Ausbildung an die verschiedenen Filmakademien und Filmhochschulen in Deutschland scheint schon gut zu sein, wenn man bedenkt, dass deutsche Regisseure gerade in diesem Jahr erstmal den Oscar für den besten fremdsprachigen Film ("Das Leben der Anderen") und jetzt auch den Studenten Oscar (siehe z.B. den Artikel im UniSPIEGEL) gewonnen haben - das Problem ist vielmehr, dort einen Studienplatz zu bekommen. Und Film ist bekanntlich auch ein weitläufiger Begriff - praktisch gesehen braucht es Drehbuchschreiber, Regisseure, Kameramänner/frauen, Cutter, etc. - je nach Ausrichtung braucht es teils gar kein Studium. Bei vielen der angebotenen Studiengänge (z.B. an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg) muss man schon eine praktische Erfahrung von ein oder zwei Jahren im jeweiligen Bereich vorweisen, um dort überhaupt studieren zu können. Neben den Filmakademien gibt es auch an einigen Fachhochschulen und Kunsthochschulen Studiengänge, die sich mit Film beschäftigen, oft allerdings mit Fotografie kombiniert. Eine Liste und weitere Infos dazu gibt es in dem Buch Studienführer Kunst und Design von Michael Jung, allerdings weiß ich nicht, ob es davon eine aktuelle Auflage gibt (ich kenne eine aus 2002). An Deiner Stelle würde ich diese Studiengangsbeschreibungen in solchen Büchern oder auf den Homepages der Unis/HfKs/FHs mal durchgehen und dann versuchen, die jeweiligen Fachschaften der Studiengänge zu kontaktieren, die Dich interessieren. Denn die Fachschaften werden Dir am ehesten einen Einblick in ihr Studium vermitteln können. Aber Du scheinst Dich ja derzeit eher zu fragen, ob Du nach Deutschland zurückkehren sollst, um hier Abitur zu machen oder Deine Schullaufbahn in England abschließt. Theoretisch sollten die beiden Schulabschlüsse gleichwertig sein, so dass man auch mit einem englischen Schulabschluss hier in Deutschland studieren kann - oder anders herum. Dazu kannst Du Dich bei den Studierendensekretariaten bzw. Studienberatungen der jeweiligen Hochschulen in Deutschland bzw. England erkundigen. VG, Chris PS: Du brauchst einen Namen
|
|
|
|
|
|
Zurück zu: Uni & Studenten Forum > Studium > Studieren allgemein
Aktuelle Artikel bei CampusReporter.de:
Studiengebühren in Hamburg sollen reduziert werden Die Studiengebühren in Hamburg sollen von 500 € pro Semester auf 375 € pro Semester gesenkt werden. Zudem sollen die Studiengebühren ab WS 2008/2009 nicht mehr direkt, sondern erst nach Abschluss des Studiums und erst ab einem Jahresgehalt von 30.000... zum Artikel...
Exzellenzinitiative: sechs neue Elite-Unis In Runde 2 der Exzellenzinitiative wurden sechs weitere Universitäten in den Eliterang erhoben. Neben den bereits letztes Jahr gekührten Universität München, der Uni Karlsruhe (TH) und der TU München dürfen sich nun auch die Universitäten in Freiburg, Göttingen, Heidelberg und Konstanz sowie die FU berlin und die RWTH Aachen als Exzellenzuniversität bezeichnen. Dabei steht die Exzellenzinitiative auch weiterhin in der Kritik: so seien Universitäten in Ostdeutschland benachteiligt, das Förderverfahren belaste durch seine einseitige Gewichtung auf die Forschung zudem die Lehre. zum Artikel...
OVG Münster: Studiengebühren in NRW rechtens Vor dem Oberverwaltungsgericht Münster, der höchsten richterlichen Instanz auf Ebene des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, mussten Studenten, die gegen Studiengebühren geklagt hatten, erneut einen Rückschlag erdulden. Eine Fortführung des Rechtsstreites vor dem Bundesverwaltungsgericht ist geplant. zum Artikel...
VG Saarland: kein Aussetzen der Studiengebühren Das Verwaltungsgericht des Saarlandes hat gegen den Eilantrag einer Studentin der Uni des Saarlandes entschieden: diese und ihre Kommilitonen sind vorerst weiter verpflichtet, Studiengebühren von bis zu 500 Euro ab dem kommenden Wintersemester zu zahlen. Eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht aber noch aus. zum Artikel...
Podcasts statt Vorlesung? - Die mobile Uni für die Hosentasche Podcasts sind inzwischen ein weit verbreitetes Medium. Die Einsatzgebiete sind vielfältig, ob in der Unterhaltung, im Marketing oder als Sprachkurs. Nach amerikanischem Vorbild könnten Podcasts nun auch Unis in Deutschland erobern und Studenten das Lernen erleichtern. zum Artikel...
|