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> Jura studieren als Wirtschaftsinformatiker?
Matthias P
Beitrag 14.7.2008, 13:56
Beitragslink: #1


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Jura studieren als Wirtschaftsinformatiker?

Mein Ausgangspunkt schildert sich wie folgt: Ich studiere Wirtschaftsinformatik im 6.ten und damit letzten Semesters des Bachelorstudiums an der TU München. Da ich später gerne größere Transaktionen und Umstrukturierungen im IT Bereich betreuen bzw. dort beraten möchte ist zusätzliches Rechtswissen nach ein klarer Vorteil.
Allerdings dauert die Juristenausbildung in Deutschland 9 Semester Regelstudienzeit. Zusätzlich kommen 2 Jahre Referendariat dazu. In diesen letzten 2 Jahren erhält man eine Besoldung von ca. 1000€ / Monat – im Vergleich zu den Einstiegsgehältern in Wirtschaftsinformatik, sogar nach dem Bachelor ist dies schmerzlich.
Weiterhin gibt es pauschal gesagt einen Überfluss an Juristen, was wiederum die Gehälter der Juristen negativ beeinflusst. Deshalb stellt sich auch zwingend die Frage ob ein Jura Studium in meiner Situation wirtschaftlich sinnvoll ist.
Nach langem Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen: Es kommt darauf an, nämlich wie die Noten im Staatsexamen ausfallen. Desweiteren ist auch die langfristige berufliche Entwicklung zu berücksichtigen, die individuell abhängig ist. Qualifikationen für Führungspositionen bringt das Studium der Rechtswissenschaften aber sicherlich mit.
Außerdem bietet sich noch eine andere Option. Jura studieren, aber ohne Abschluss. Diese Handlungsoption würde nach meinem Bachelorabschluss 2 oder 4 Semester Jura Studium bedeuten. Nachfolgend den Master in Wirtschaftsinformatik und letztendlich der Einstieg in das Berufsleben.
Der Master Wirtschaftsinformatik dauert 4 Semester. In Verbindung mit Jura wären dies dann 6-8 Semester bis zum Berufseintritt.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Entscheidung schwierig – die Frage wird sich im Laufe des Studiums hoffentlich selbst beantworten.

Eure Meinung dazu interessiert mich.

Beste Grüße
Matthias
 
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Thomas Rüfner
Beitrag 15.7.2008, 16:47
Beitragslink: #2


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Ob sich eine Ausbildung zum Volljuristen (Studium, Referendariat und beide Staatsexamen) lohnt, hängt wie Sie schon richtig in Ihrer Anfrage schreiben, entscheidend von den Examensnoten ab. Sehr gute Berufs- und exzellente Gehaltsaussichten bieten sich, wen beide Examen mit einer Note >= 9 Punkten (vollbefriedigend) absolviert werden. Allerdings liegt die Quote der Absolventen, die 9 und mehr Punkte erreichen, schon in jedem einzelnen Examen nur bei etwa 10-15%. Beide Examen werden von noch viel weniger Kandidaten mit diesem Ergebnis absolviert. Sind die Noten etwas schlechter (etwa ein Examen vollbefriedigend, das andere nur befriedigend), sind die Chancen immer noch sehr gut. Werden hingegen beide Examen nur gerade bestanden, sind die Aussichten auf dem juristischen Arbeitsmarkt trübe. Bis zu welchen Examensnoten genau gute Aussichten bestehen, ist konjunkturabhängig.

Der Aufwand für die komplette Juristenausbildung lohnt sich wahrscheinlich nur, wenn man die Juristerei als Hauptberuf betreiben will. Zum Erwerb von zusätzlichen Rechtskenntnissen ist der Aufwand zu groß. Andererseits dürfte ein Studium von einigen Semestern ohne Abschluss kaum zum Erwerb der speziellen Kenntnisse führen, die für Ihre Berufspläne nützlich sind, führen.

Vielleicht wäre FH-Studiengang Wirtschaftsrecht, wie ihn manche Fachhochschulen anbieten (einfach Bachelor Wirtschaftsrecht googeln) für Sie das richtige?

Viel Erfolg und schöne Grüße
Thomas Rüfner, Trier
 
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