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Liebe Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Studie zu meiner Diplomarbeit!!
In der Studie, an der Sie unter dem Label „Untersuchung zum Wirtschaftsklima“ teilgenommen haben, ging es mir um die Untersuchung der Auswirkung von wahrgenommener sozialer Desintegration auf Fremdenfeindlichkeit. Die Annahmen, die dahinter stecken, beruhen auf einer soziologischen Theorie zur sozialen Desintegration nach Wilhelm Heitmeyer, die ich mit meiner Diplomarbeit untersuchen wollte.
Die Ursachen ethnisch-kultureller Konflikte liegen nach der Desintegrationstheorie in der Unfähigkeit, innerhalb der Gesellschaft existentielle Grundlagen, soziale Anerkennung und persönliche Unversehrtheit in der Bevölkerung in ausreichendem Maß zu sichern, sowie in nicht eingelösten Leistungen gesellschaftlicher Institutionen und Gemeinschaften. Heitmeyer (2006) nennt als Quellen von Verstörungen innerhalb der Gesellschaft um sich greifende Kontrollverluste, die Ungerichtetheit des gesellschaftlichen Prozesses und die Unbeeinflussbarkeit von ökonomischen Abläufen. Diese Umstände führen wiederum zu negativen Zukunftserwartungen und zu einer Abnahme des Gefühls der sozialen Sicherheit, zu ansteigender Orientierungslosigkeit, zu einer Untergrabung von Handlungssicherheit und einer Zunahme des Gefühls der Macht- und Einflusslosigkeit.
Die Theorie nimmt an, dass Desintegrationsängste, -erwartungen und -erfahrungen Konsequenzen für die betroffenen Menschen selbst, als auch für das Zusammenleben mit anderen haben.
Ob wahrgenommene soziale Desintegration aber tatsächlich zu Fremdenfeindlichkeit führt, hängt wiederum von verschiedenen anderen Faktoren ab, wie zum Beispiel den ideologischen Verantwortungszuschreibungen für diese wahrgenommene Desintegration (also wem subjektiv die Verantwortung dafür gegeben wird; z.B. der Politik, dem Kapitalismus, dem Ausländeranteil), der Autoritarismusneigung, der nationalen Identifikation, der sozialen Dominanzorientierung und allgemeinen politischen Einstellungen.
Mit der vorliegenden Studie ist es gelungen, den kausalen Zusammenhang zwischen wahrgenommener sozialer Desintegration und Fremdenfeindlichkeit im Sinne der Desintegrationstheorie nach Wilhelm Heitmeyer experimentell zu belegen. Eine höhere wahrgenommene soziale Desintegration (die durch verschiedene Fragebogenversionen variiert wurde) führt zu höherer angegebener Fremdenfeindlichkeit.
Ich danke Ihnen nochmal fürs Mitmachen! Insgesamt habe ich über 600 Personen befragen können - Vielen Dank!!
Die Untersuchung der Zusammenhänge von gesellschaftlichen Entwicklungen wie der sozialen Desintegration und menschenfeindlichen Einstellungen, zu denen Fremdenfeindlichkeit neben weiteren Phänomen wie dem Sexismus, der Islamphobie oder des Rassismus, gehört, ist extrem wichtig, da sie das Zusammenleben in einer multiethnischen Gesellschaft wie unserer wesentlich beeinflussen und bestimmen.
Durch die Untersuchung, an der Sie teilgenommen haben, konnte gezeigt werden, dass wahrgenommene soziale Desintegration tatsächlich zu Fremdenfeindlichkeit führt. Und als ein weiteres wichtiges Ergebnis konnte belegt werden, dass eine linke ideologische Verantwortungszuschreibung im Vergleich zu einer neutralen Bedingung den Einfluss der sozialen Desintegration auf Fremdenfeindlichkeit signifikant verringern kann. Es ist daher offensichtlich von entscheidender Bedeutung, wem die Verantwortung für die eigene wahrgenommene Desintegration zugeschrieben wird. Durch eine linke ideologische Verantwortungszuschreibung, in der diese Verantwortung im kapitalistischen System gesucht wird, kann also ein Ansteigen der Fremdenfeindlichkeit verhindert werden!
Dies sind interessante Ergebnisse, die weiter verfolgt und überprüft werden müssen, da sie einen entscheidenden Schlüssel dazu enthalten können, wie die Ursachen von Fremdenfeindlichkeit bekämpft werden können.
Vielen Dank noch mal fürs Mitmachen!!! Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie mir gerne noch mal mailen!!
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