Die Bundestarifkommission der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di, erklärte die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst heute für gescheitert. Die Gewerkschaftsjugend zeigt sich enttäuscht, wie wenig der Arbeitgeberseite die Zukunft der jungen Generation wert zu sein scheint. Bund und Kommunen waren trotz der massiven und umfassenden Warnstreikaktivitäten nicht bereit, ihr Angebot aus der zweiten Verhandlungsrunde nachzubessern.
"Anstatt den Beschäftigten ein ehrliches Angebot zu machen, stellten die Arbeitgeber heute Vorbedingungen: Bevor das bisherige Rosstäuscherangebot überhaupt weiter verhandelt werden könne, sollte ver.di die geforderte Arbeitszeitverlängerung akzeptieren", berichtet Frank Schreckenberg, als Jugendsekretär bei ver.di an den Tarifverhandlungen beteiligt.
Arbeitszeitverlängerung werde die ver.di Jugend nicht akzeptieren. Das habe die hohe Streikbeteiligung der Auszubildenden deutlich gezeigt. Mit längeren Arbeitszeiten würden weitere Arbeitplätze im öffentlichen Dienst vernichtet werden. Bereits heute sähen die Zukunftsperspektiven vieler Auszubildender im öffentlichen Dienst nicht gut aus. "Die Übernahme nach der Ausbildung würde für noch mehr junge Menschen in weite Ferne rücken", sagte Ina Oberländer, Vertreterin der Jugend in der Bundestarifkommission.
Im jetzt beginnenden Schlichtungsverfahren werden zwei neutrale Schlichter versuchen, einen Kompromiss zwischen den Tarifparteien zu finden. "Wir werden das Schlichtungsergebnis als ver.di Jugend sehr genau bewerten und müssen nach der Schlichtung nötigenfalls mit einem unbefristeten Erzwingungsstreik klar machen, dass wir hinter unseren Forderungen stehen", so Schreckenberg in Potsdamm.
Die ver.di Jugend fordert in der aktuellen Auseinandersetzung eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um mindestens 120 Euro, verbindliche Zusagen zur Übernahme nach der Ausbildung und eine Angleichung der Vergütungen zwischen Ost und West.
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