Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat den Lidl-Konzern aufgefordert, seine Widerstände gegen die betriebliche Mitbestimmung aufzugeben, sich an Recht und Gesetz zu halten und den Beschäftigten endlich ihre Grundrechte zu gewähren. „Der Lidl-Konzern muss jetzt den Weg für die flächendeckende Bildung von Betriebsräten freimachen“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane.
Betriebsräte bildeten das notwendige Korrektiv zu einer Unternehmenskultur, die offenbar noch immer auf Misstrauen gegenüber den eigenen Leuten basiere, sagte Mönig-Raane weiter. ver.di wolle dem Konzern daher Verhandlungen über die Bildung regionaler Betriebsräte anbieten, die von allen Beschäftigten einer Verkaufsregion gemeinsam gewählt werden könnten. Das Betriebsverfassungsgesetz sehe diese Möglichkeit ausdrücklich vor. Die Betriebsräte hätten dann beispielsweise in Fragen der Kameraüberwachung aber auch über Arbeitszeiten, Überstunden oder Urlaubsregelungen mitzubestimmen.
„Wenn die Geschäftsführung allerdings bei ihrer Verweigerungshaltung bleibt, werden wir an den Gesetzgeber herantreten“, kündigte Mönig-Raane an. ver.di werde sich beim zuständigen Bundesarbeitsministerium dafür stark machen, Lücken im Betriebsverfassungsgesetz zu schließen. Ziel müsse es sein, dass die Mitbestimmung auch bei Großkonzernen greife, die mit einer zersplitterten Filialstruktur bewusst die Bildung von Betriebsräten unterlaufen würden.
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