DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki sieht im Rückgang der Arbeitslosenzahlen im März um mehr als 100.000 ein „positives Zeichen.“ „Trotzdem muss die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit weiter ein zentrales Anliegen bleiben“, sagte Matecki am Dienstag in Berlin. Gerade in der aktuellen Phase der wirtschaftlichen Gesamtlage sei darauf zu achten, dass die Binnennachfrage als Stütze der Konjunktur erhalten bleibe und ausgebaut werde. Die jüngsten Tarifabschlüsse im Bereich der Stahlindustrie und des öffentlichen Dienstes seien gute Voraussetzungen, trotz des Anstieges der Inflationsrate, die Binnenkonjunktur zu stärken. „Für die weiteren Tarifverhandlungen des Jahres 2008 werden die Gewerkschaften alles daran setzen, den tarifpolitischen Verteilungsspielraum auszuschöpfen“, sagte Matecki.
Mit Blick auf die Ausweitung des Entsendegesetzes sei es jetzt unerlässlich, dass Gesetzgebungsverfahren voran zu treiben, so das DGB-Vorstands-mitglied. Dabei dürfe die Politik nicht von ihrer Zusage vom Juni 2007 zurückweichen. Es sei dringend erforderlich Wege zu finden, damit Menschen von ihrer Arbeit Existenz sichernde Entgelte erhielten. Dies sei ein Gebot der Würde und ökonomischer Vernunft.
Zum Ausbildungsstellenmarkt sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock:
„Die Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt ist durchaus erfreulich. Während im März 2007 nur 59 Ausbildungsplätze für 100 Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung standen, sind es im März 2008 immerhin schon 79 Ausbildungsplätze. Die positive Entwicklung sollte jedoch nicht überbewertet werden. Das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen liegt im März 2008 mit insgesamt 339.231 gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätzen nur geringfügig über dem Angebot in 2005. Damals betrug das Angebot 333.359.
Hinzu kommt, dass die positive Bilanz vor allem einer geringeren Zahl gemeldeter Bewerberinnen und Bewerber geschuldet ist. Nach Berechnungen des DGB sind im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt 50.000 Schulabgänger weniger als Bewerberin und Bewerber registriert worden, bzw. haben sich nicht um eine Ausbildungsstelle bemüht. Die politisch Verantwortlichen sollten sich fragen, wo die Gründe dafür liegen.“
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