Hallo zusammen, da wir zuletzt in der Redaktion nicht so aktiv waren, ist einiges an interessanten Neuigkeiten unveröffentlicht geblieben in den letzten Wochen,so dass wir euch sie jetzt hier en bloc als News präsentieren.
Uni Witten Herdecke plant Erhöhung ihrer Studiengebühren Auch an dieser privaten Hochschule setzt sich zunehmend das Diktat der leeren Kassen durch und nachdem die Finanzierung in den letzten Jahren immer wieder fraglich und die Hochschule vom Aus bedroht war, kommt jetzt eine Erhöhung der Studiengebühren und somit eine größere Belastung der Studierenden. An Privathochschulen ist dies sicherlich nichts besonders, wie man in den USA sieht, aber es zeichnet den Weg auch für die staatlichen Hochschulen vor, eine stückweise Erhöhung der Gebühren sobald sie einmal eingeführt sind. Denn auch hier waren die Gebühren zunächst nur zur Deckung von Engpässen gedacht und so wie sich an den privaten Hochschulen die Wirtschaft aus der Finanzierung heraushält, bzw. zurückzieht, so werden es an den staatliche Universitäten die öffentlichen Zuweisungen sein, die sukzessive abnhemen und somit eine Erhöhung von Studiengebühren für die Unis unerlässlich machen. In England und Australien ist diese These bereits bewiesen worden.
Grüne in NRW sprechen sich gegen Studiengebühren aus
Die Landesdelegiertenkonferenz der NRW-Grünen hat einen Beschluss zur Abschaffung von Studiengebühren gefasst. Dieser ist besonders in Hinblick auf die Entscheidung um die Abschaffung von Studiengebühren in Hessen interessant, weil NRW das zweite große Bundesland ist, in dem es massive Proteste gegen die Gebühren gegeben hat und bei einem Regierungswechsel die Abschaffung der Gebühren auch aufgrund der Tradition des Bundeslandes wesentlich realistischer als beispielsweise in Bayern oder BaWü wäre. Gewählt wird hier allerdings erst 2010 wieder.
NRW-Bank stützt Zinsen mit Geld aus Studiengebühren
Die nordrhein-westfälische Landesbank benutzt einen wesentlich größeren Prozentsatz als benötigt zur Deckung des Ausfallfonds, der für die erwarteten nicht zurückgezahlten Schulden aus Studiengebührenkrediten benutzt werden wird. Die Bank hortet so Geld, das den Universitäten verloren geht und nicht wie angekündigt für eine Verbesserung der Lehre eingesetzt werden kann. Ein Teil dieses Geldes wird offensichtlich sogar dafür eingesetzt, das Zinsniveau der Bank im Rahmen der Finanzkrise niedrig zu halten. Ein weiteres Beispiel für eine Zweckentfremdung der aus Studiengebühren eingenommenen Mittel.
Auruf der GEW zum Boykott des Focus-Schulrankings
Das Magazin Focus-Schule hat in einer großangelegten Aktion Fragebögen an Eltern verschickt in denen sie Angaben für eine angebliche Schuldatenbank machen sollen. Selbst die KMK hat jedoch in einer Stellungsnahme aus dem letzten Herbst von einem geplanten Rankng gesprochen, nachdem sie die Unterlagen des Magazins gesichtet hatte. Innerhalb der KMK herrscht noch Uneinigkeit über die Pläne, aber es ist schon nach außen gedrungen, dass man "nicht glücklich" über die Entwicklung sei. Die GEW fordert nun Eltern und Schüler auf keine Angaben in den Fragebögen zu machen, um einem möglichen Ranking keine Datengrundlage zu schaffen. Rankings sind, wie man auch an den Hochschulen sieht, sehr leicht zu manipulieren, häufig auf der Basis miserabler Datengrundlagen entstanden, aber erfüllen trotzdem ihren Zweck, nämlich die Differenzierung der Institutionen zugunsten der Platzhirsche zu forcieren. Sie schaffen für die Betroffenen keine solide recherchierte Entscheidungshilfe, sondern helfen mit bestimmte politische Entscheidungen durchzusetzen und die zunehmende Ungleichverteilung der öffentlichen Gelder zu legitimieren.
Mehr bildungspolitische News gibts dann im Laufe der nächsten Woche.

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