Protest gegen G8? Das kennen wir doch alle, oder nicht? Beim Schulstreik am 8. Mai, ging es aber nicht um die G8 - Stichwort Heiligendamm - sondern vielmehr um das 8jährige Gymnasium, welches landesweit umgesetzt wird. Gleichzusetzen ist dieser Prozess mit einer Schulzeitverkürzung, fehlender Anpassung der Wochenstundenzahl sowie katastrophalen Zuständen an den Gymnasien.
Der Stadtschülersprecher/innenrat rief auf diesem Grund zum Schulstreik auf. Die Veranstalter (Schüler/innen Bündnis Schulstreik, Stadtschülerrat, Johanneum, Wilhelm Raabe Schule, Herderschule, Bernhard Riemann Gymnasium und Oedeme) rechneten mit 1.500 Schüler/innen und Bürger/innen. Doch dann kam alles anders: Neben Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern und Gewerkschaften, beteiligten sich auch Studierenden aktiv an der Demonstration, die von 8:30 – 13 Uhr das Stadtbild prägte – insgesamt gut 2000 Teilnehmer/innen! Wann gab es nochmal die letzte Studierendendemonstration mit ähnlicher Beteiligung in Lüneburg?!
„Ihr habt uns kaputt gespart!“ Nicht nur an den Hochschulen wurde und wird eingespart, auch die Schulen und weitergehend das gesamte Bildungssystem sind von rasanten Abbau der staatlichen Finanzierung sowie dem Rückzug der öffentlichen Hand gekennzeichnet. In den letzten Jahren hat die Landesregierung an den Schulen vor allem die Lernmittelfreiheit gestrichen, umfangreich Verwaltungsaufgaben an die Schulen delegiert (eigenverantwortliche Schule), sowie die Wahlfreiheit in der Oberstufe eingeschränkt und so für größere Kurse gesorgt. Darüber hinaus ist die Ausstattung an allen Schulformen mit genügend und angemessenen Räumen, Lehr- und Lernmaterialien, sowie Lehrkräften und Ganztagsangeboten nicht gegeben! Wenn euch das bekannt vorkommt, dann ist das legitim, denn in den Hochschulen zeigt sich ein ähnliches Bild: Hochschulautonomie ist eines der Hauptschlagworte der aktuellen Debatten, der Staat zieht sich seit Jahren aus seiner Verantwortung der Finanzierung der Hochschulen – insbesondere durch die Einführung von Studiengebühren – zurück, ebenso nimmt die Zahl der Professor/innen seit Jahren zugunsten von Lehraufträgen kontinuierlich ab und bedroht die Qualität von Studium und Lehre. „Für uns muss (Hoch-)Schule da sein!“ Didaktik ist in Schule und Hochschule oftmals von vorgestern und machen zusammen mit den mangelhaften Einflussmöglichkeiten auf Lehrplan, Schulorganisation und -gestaltung bzw. auf Seminare / Vorlesungen, Studienorganisation und Studiengestaltung eines deutlich: Schüler/innen und Student/innen sind der Grund für die Existenz von (Hoch-)Schulen. Jedoch werden Schüler/innen und Student/innen nicht als vollwertige Mitglieder von (Hoch-)Schulen wahrgenommen und als kompetente Gesprächspartner/innen in der (Hoch-)Schulpolitik akzeptiert! (Fast) Zeitgleich demonstrierten 12.000 Lehrer/innen (jede/r 10. Lehrer/in in Niedersachsen) in Hannover gegen die Einführung des Arbeitszeitkontengesetz (http://www.gew-nds.de/arbeitszeitkonten.php), nach welchem die gemachten Überstunden von Lehrer/innen (angeblich) jederzeit zurückgezahlt werden können – aber ohne Rechtsanspruch! Aber auch die Kürzungen an Schulen und die zu hohe Arbeitsbelastung stand auf der Tagesordnung (http://www.gew-niedersachsen.de/meldungen/Demo_08.05.08.php). Für ein staatlich ausfinanziertes, soziales, gerechtes und demokratisches Bildungssystem!
http://www.uebergebuehr.de/nc/de/aktuell/n...k-in-lueneburg/