Hier noch mehr interessante Neuigkeiten der letzten Wochen im Überblick
Wissenschaftsministerin gibt Finanzmisere an Hochschulen zu
Die neue hessische Wissenschaftsministerin Lautenschläger (CDU) hat zugegeben, dass die hessischen Hochschulen zu wenig Mittel zur Verfügung haben, gibt aber die Schuld daran den Studierenden. Die Verhinderung von Studiengebühren und nicht etwa die ständigen Kürzungen der letzten Jahre seien dafür verantwortlich, dass das Lehrangebot gefährdet sei. Diese Aussage zeugt sowohl von Ignoranz als auch von Unkenntnis. So ist die schlechte Finanzierung kein neues Problem, sondern besteht schon seit vielen Jahren in denen es noch keine Studiengebühren gab und zudem tragen die Studiengebühren nur einen minimalen Prozentsatz dazu bei. Ca. 30% dieser Einnahmen werden für Verwaltung und Ausfallfonds aufgewendet und der gesamte Rest beträgt nur ca. 90 Millionen Euro, ein Bruchteil dessen, was die Hochschulen jährlich aufwenden. Es wird einmal durch solche Aussagen einmal mehr deutlich wohin der Weg in den nächsten Jahren gehen wird. Zu einem Rückzug der Länder aus der Finananzierung der Bildung und zu einer Erhöhung der Studiengebühren wie in England oder Australien. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl der Staatsgerichtshof als auch die Mehrheitsparteien im Landtag diesen Prozess zumindest vorübergehend aufhalten und die Studiengebühren wieder abschaffen.
Wissenschaftsrat zögert Veröffentlichung der Empfehlungen zur Qualität von Lehre und Studium heraus
Der Wissenschaftsrat hat die Veröffentlichung seiner Empfehlungen zur Verbesserung der Qualität von Lehre und Studium erneut verschoben. Die GEW fürchtet, dass Bund und Länder das Schweigen nutzen könnten, erneut keine Verbesserungen anzustreben. Doch vor allem bei den Gehältern und der Stellenschlüssel des akademischen Mittelbaus gibt es erhebliche Mängel, die sich vor allem auf die Lehre auswirken. Möglicherweise benötigt der Rat auch noch Zeit die Empfehlungen so zu formulieren, dass der akute Mehrbedarf an finanziellen Mitteln nicht im Fokus steht, sondern die bisher erbrachten Veränderungen wie der Hochschulpakt. Es kann allerdings nichts darüber hinwegtäuschen, dass eben diese bisher keine wesentlichen Verbesserungen gebracht haben und bei weitem nicht ausreichend sind, um eine gute und kostenfreie Bildung für alle zu gewährleisten. Im internationalen Vergleich wird in Deutschland viel zu wenig in die Bildung investiert. Nur 4,6% des BIP im Gegensatz zu 7,4% in Schweden oder 5,8% in Frankreich.
FZS startet Kampagne zur besseren Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen
Immer noch werden viele, der im Ausland abgelegten Prüfungsleistungen und Praktika nur unzureichend anerkannt, derzeit nur 41% vollständig, so dass effektiv viele Studierende ihr reguläres Studium um ihr Auslandsjahr verlängern müssen. In Zeiten der Einführung von Studiengebühren ein unhaltbarer Zustand, da viele Studierende vor einer Studienzeitverlängerung zurückschrecken. Ob die neuen Bachelorstudiengänge dieses Problem beheben oder sogar verschärfen bleibt abzuwarten. Persönliche Erfahrungen des Autors aus Akkreditierungsverfahren deuten an, dass die Dauer des Auslandsstudiums auf 6 Monate festgelegt werden wird und bei längerer Dauer die Anerkennung und eine zeitgerechte Beendigung des Studiums unmöglich werden. Weitere Infos zur Kampagne gibt es unter:
http://www.fzs.de/show/197156.html
http://www.uebergebuehr.de/nc/de/aktuell/n...erblick-teil-2/