Hallo liebe Leser,
mit dieser Ausgabe beginnen wir von der Redaktion die News der Woche immer in einem kompakten Überblick zu liefern. In dieser Form kann man alles wichtige zu Bildungs-und Sozialpolitik zusammenfassen und nichts geht unter, weil es schon nach einem Tag von weiteren News verdrängt wird. Besonders wichtige Informationen werden natürlich weiterhin als Top-News hervorgehoben.
Diakonisches Werk der EKD und die GEW starten Forschungsvorhaben zum Ausbau der Kinderbetreuungsangebote
Die beiden Verbände fürchten eine rein quantitative Verbesserung des Angebots auf Ksoten der Qualität und wollen praxistaugliche Handlungsempfehlungen und Qualitätskriterien für erfolgreiche Bildungs- und Erziehungsarbeit erarbeiten. "Erzieherinnen brauchen vor allem mehr Zeit für Kinder. Ein guter Betreuungsschlüssel ist das A und O für mehr Qualität in der Kita", so Heidi Merk, Vorsitzende des paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Vor allem in der Aus-und Weiterbildung gibt es erhebliche Mängel. Gestiegenen Anforderungen an professionelle ErzieherInnnen stehen zudem unzureichende Gehälter und geringes Ansehen gegenüber. Wie für viele weitere Berufe im sozialen Bereich gilt auch hier, dass die Ausübung zunehmend unattraktiver und die Qualität darunter leiden wird. Die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen und das immer noch schlechte Image von Elternzeit der Väter macht eine gute und kostenlose Kinderbetreuung jedoch unabdingbar. Die Einführung eines Rechtsanspruchs auf frühkindliche Förderung sei ein erster Schritt, aber nicht ausreichend, um Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu schaffen. Weitere Informationen: http://www.gew.de/Voraussetzungen_schaffen...ungsarbeit.html
Element Studie bewusst fehl interpretiert
"Bei gleicher Ausgangslage lernen Schüler an Gymnasien weitaus mehr als an Grundschulen. Am Ende der sechsten Klassen haben sie sich so weit abgesetzt, dass sie zwei Jahre Lernvorsprung haben.", sagte der Hamurger Bildungsforscher Lehmann im April in der Zeit als Reaktion auf die vom Berliner Senat durchgeführte Element-Studie, in der die Leistungen von Kindern nach der 4., 5. und 6.Klasse untersucht wurden. Das Besondere war, dass nach der 4.Klasse ein kleiner Teil der Schüler auf ein Gymnasium wechselte und der Rest zusammen in einer 6-jährigen Grundschule unterrichtet wurde. Nach Veröffentlichung aller Studienergebnisse wird jetzt klar, dass diese Aussage eine bewusst in die Öffentlichkeit getragene Lüge war. Die Sudie zeigt nämlich genau das Gegenteil. Der Leistungsvorsprung der Gymnasiasten besteht bereits am Ende der 4.Klasse und wird nach der Aufteilung der Kinder nicht vergrößert sondern etwas verringert. Dass die Schüler auf dem Gymnasium absolut bessere Leistungen erbringen, hängt ganz einfach mit der Tatsache zusammen, dass die 7% der Schüler, die nach der 4.Klasse die Schulform wechselten bereits besonders leistungsstark waren und besondere Begabungen in den Bereichen Musik, Mathematik oder Sprache zeigten. In beiden Gruppen gelingt die Verschiebung der Leistungen in den Bereich der oberen Anforderungsniveaus in gleichem Maße, so dass auch von einer mangelnden Förderung an der 6-jährigen Grundschule keine Rede sein kann. In wie weit die leistungsstärksten Schüler am Gymnasium bessere Fortschritte machen, kann aus der Studie nicht abgelesen werden, da die Erhebung der Daten hierzu nicht geeignet ist. Aber selbst wenn hier ein Unterschied zur Grundschule bestände, kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob dieser Vorsprung auf die bessere Schulform oder auf eine höhere Bildungsorientierung und Förderung durch das Elternhaus zurückzuführen ist. Außerdem stellt sich die frage, ob dieser Vorteil auch bestände wenn nicht nur 7, sondern wie nach der 6.Klasse 40% der Schüler das Gymnasium besuchen würden.
Ganz im Gegenteil zu den Presseberichten ist die Studie also kein Abgesang auf das gemeinsame Lernen, sondern beweist, dass die Schüler in ihren Leistungen durch inhomogene Lerngruppen nicht gehemmt werden und eine bessere Förderung für einen Großteil der Schüler erreicht werden kann, als bei einer Aufteilung auf drei Schultypen nach der 4.Klasse.
Mehr zur Studie unter: http://bildungsklick.de/pm/59804/element-s...n-grundschulen/
Politische Mehrheiten zur Abschaffung von Studiengebühren nutzen
Die Hamburger Grünen sind gefordert, ihr Wahlversprechen einzulösen und Studiengebühren nicht in nachgelagerte Studiengebühren umzuwandeln, sondern auf deren Abschaffung hinzuwirken. Während der Koalitionsverhandlungen mit der CDU ist die Bildungspolitik offensichtlich zu einem Bauernopfer geworden und nun wird versucht mit angeblich sozialverträglichen Studiengebühren den Schein zu wahren. Das Problem wird hierdurch allerdings nicht gelöst. Nachgelagerte Gebühren zwingen die Studierenden trotzdem dazu sich zu verschulden und sind genauso leicht zu manipulieren wie "echte" Studiengebühren. Seien es die Kreditzinsen, die Höhe der Gebühren oder die Rückzahlungsmodalitäten. Viele Studierende aus bildungsferneren Schichten werden durch eine drohende Verschuldung von der Aufnahme eines Studiums abgeschreckt und es wird zunehmend darauf geachtet werden effizient und karriereorientiert zu studieren. Zeit für Soziales Engagement, Vereinsaktivitäten oder eine kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und politischen Veränderungen bleiben dabei auf der Strecke. Es bleibt zu hoffen, dass in Hessen ein Gegenentwurf mit gebührenfreien Hochschulen entwickelt werden und dieser sich auf Dauer auch durchsetzen kann.
NRW Offensive für Gebührenfreiheit gestartet
Mehrere Unis aus Nordrhein-Westfalen haben sich vernetzt, und starten gemeinsam einen Boykott der Gebühren und einen Angriff auf die Politik des "Privat vor Staat" der Landesregierung. Hier findet man die Grundsatzerklärung: http://boykottnrw.wordpress.com Und hier eine Pressemitteilung zum Start der Kampagne am letzten Mittwoch: http://www.studiengebuehrenboykott.uni-koe...ont_content.php
Neues vom FZS
Der FZS hat auf seinr Mitgliederversammlung (MV) in Potsdam beschlossen, dass in Zukunft die MV eine größere Rolle bei der Umsetzung der Positionen des Verbandes spielen soll. Zugleich soll die Vernetzung der Studierendenschaften durch Konferenzen und Fachveransltungen verbessert werden. Außerdem hat die MV eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge beschlossen, die zukünftig 0,80 € pro Studierendem betragen. Für kleinere Hochschulen gilt ein deutlich ermäßigter Satz. Ich hoffe der kleine Überblick hat euch gefallen und bis nächste Woche.

http://www.uebergebuehr.de/nc/de/aktuell/n...ews-ueberblick/