Trotz der geburtenstarken Jahrgänge, die momentan die Hochschulreife erlangen, sank die Zahl der Studienanfängerinnen und –anfänger um fünf Prozent.
Bildung ist keine Ware
Der Rückgang der Erstsemesterzahlen ist ein peinliches Armutszeugnis für die Hochschulpolitik von Bund und Ländern. "Bildung und Ausbildung dürfen nicht zu Luxusgütern werden. Aber die Bildungspolitik wird immer mehr wie Wirtschaftspolitik betrieben. Wir fordern stattdessen freien Zugang zur Uni", so Ringo Bischoff, ver.di-Bundesjugendsekretär.
Studiengebühren schrecken ab
Laut dem bundesweiten Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) haben die Studiengebühren in einigen Bundesländern und lokale Numeri clausi dazu geführt, dass der Anteil der Studienanfänger/-innen gemessen an den Hochschulzugangsberechtigten im Vergleich zu 2003 deutlich gesunken ist.
Akademikermangel gewollt?
Wenn immer mehr Abiturientinnen und Abiturienten auf ein Studium verzichten, dann drohen Hochschulpakt und Qualifizierungsoffensive zu Rohrkrepierern zu werden. Die Bundestagsfraktion der Grünen dazu: "Wer den Akademikermangel nur sonntags bekämpfen will, ihn werktags aber weiter verschärft, macht sich unglaubwürdig."
Kaum zusätzliche Studienplätze
Vor allem in den unionsgeführten Bundesländern war der Studienverzicht laut Statistischem Bundesamt besonders hoch. Dies führt dazu, dass die Ziele des Hochschulpaktes bisher weit verfehlt wurden. Von den bundesweit angekündigten 13.000 zusätzlichen Studienplätzen konnten die Hochschulen bislang lediglich 2.500 mit Studienanfänger/-innen besetzen.
Kritiker fühlen sich bestätigt
„Unsere Befürchtungen werden leider wieder einmal bestätigt“, macht André Schnepper, Sprecher des ABS deutlich. „Wer angesichts dieser Zahlen noch immer an Studiengebühren festhält, handelt bildungs- und gesellschaftspolitisch grob fahrlässig. Sollten die Gebühren weiter erhoben werden, wird der Hochschulpakt grundlegend scheitern. Nur ein gebührenfreies Studium und eine umfassende staatliche Finanzierung der Hochschulen in Verbindung mit einer ausreichenden Studienfinanzierung werden auf mittelfristige Sicht mehr junge Menschen für ein Studium begeistern.“
http://www.uebergebuehr.de/nc/de/aktuell/n...t-zu-scheitern/