Die Ausbildungsplatzsituation hat sich trotz der guten Konjunkturentwicklung kaum verbessert. Nach wie vor besteht eine Lücke von 159.385 betrieblichen Ausbildungsstellen, wie die DGB-Jugend bekannt gab.
So bringt die Ausbildungsbilanz selbst dieses Jahr mit einer guten Konjunkturerwartung keinen Grund zur Freude. Es zeigt sich, dass der Zuwachs der Plätze, den die Regierung in den vergangenen Monaten immer wieder gefeiert hat, nur auf dem "Vorzieheffekt" beruhte: Die Betriebe haben nicht etwa mehr Ausbildungsplätze angeboten, sondern nur früher. Das verwundert, denn täglich klagen die Arbeitgeberverbände über den Fachkräftemangel, der schon besteht oder bald droht.
"Wir fordern ein auswahlfähiges Angebot an Ausbildungsplätzen für die junge Generation. Es darf nicht sein, dass sich die Unternehmen fortgesetzt vor ihrer gesellschaftlichen Verantwortung drücken", sagte Ringo Bischoff, ver.di-Bundesjugendsekretär. Die freiwilligen Ausbildungspakte und auch der Ausbildungsbonus der Regierung trugen bisher zu keiner Besserung der Situation bei.
Der Rückgang der Ausbildungsplatzlücke beruht zum größten Teil auf einem Rückgang der Zahl der Bewerber/-innen. Zum einen liegt das am demografischen Wandel. Weniger Jugendliche verlassen die allgemein bildenden Schulen. Zum anderen nehmen weniger Jugendliche die Dienstleistung der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Anspruch und suchen auf eigene Faust einen Ausbildungsplatz. Laut BA kommen aktuell auf zehn unbesetzte Ausbildungsplätze 17 unversorgte Bewerber.
Laut ver.di Jugend seien endlich gezielte Anstrengungen auch zu Gunsten der Altbewerberinnen und –bewerber nötig. Der Ausbildungsbonus der großen Koalition würde mit seinem Gießkanneneffekt den schwächsten Jugendlichen nicht helfen. Die Gewerkschaftsjugend fordert stattdessen eine gesetzliche Umlagefinanzierung. Dabei müssten die Betriebe, die nicht ausbilden, in einen Topf einzahlen. Mit dem Geld könnten stattdessen die Ausbildungsbetriebe unterstützt werden.
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