„Mindestlohn ist ein Jobkiller und unbezahlbar!“ So tönen viele ökonomische Studien und Experten. Mal sind es 1,6 Millionen, dann werden exakt 621.000 wegfallende Arbeitsplätze berechnet. Oder auch nur 70.000, oder 260.000… Ernst zu nehmen ist das also kaum. Beschäftigungszuwächse durch die erhöhte Kaufkraft der Niedrigverdiener werden zudem ebenso ignoriert wie gute Erfahrungen im Ausland. Soziale Vorzüge sowieso. Sogar aus den eigenen Reihen kommt nun Kritik: Annahmen willkürlich, Ergebnisse unhaltbar. So der Freiburger Ökonom Fitzenberger, wahrlich kein Freund des Mindestlohns.

Den Vogel schießt eine aktuelle Studie des ifo-Instituts ab. Für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, finanziert vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall. Danach würde ein Mindestlohn Fernseher um 15 Prozent, Waschmaschinen sogar um bis zu 30 Prozent verteuern.

Unterstellt wurde dabei aber nicht nur ein Mindestlohn in Deutschland, sondern ein weltweiter Mindestlohn von 7,50 Euro! Dann würden vor allem Vorprodukte aus dem Ausland wie zum Beispiel die eingebauten Kabel teurer. Hinzu kommen einige wilde Schätzungen über die Höhe der Preissteigerung. Und schon reicht es für reißerische Schlagzeilen in der Presse.

Offensichtlich fühlen sich die Arbeitgeber beim Mindestlohn mittlerweile so unter Druck, dass ihnen jedes Mittel recht ist. ver.di nennt es Demagogie pur!aus: Wirtschaftspolitik aktuell - herausgegeben vom ver.di Bundesvorstand, Bereich Wirtschaftspolitik


http://www.uebergebuehr.de/nc/de/aktuell/n...lohn-demagogie/